Gerne veröffentlichen wir an dieser Stelle die Pressemitteilung des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der EKD, als dessen Kooperationspartner wir an BERUFUNGSFABRIK im Rahmen der Weltausstellung in Wittenberg beteiligt sind.

Wie wollen wir arbeiten?
Die Berufungsfabrik auf der Weltausstellung Reformation in Wittenberg

Wie gehören Beruf und Berufung zusammen? Und was hat beides mit Martin Luther zu tun? Die Berufungsfabrik, eine interaktive, erlebnisorientierte Ausstellung des Sozialwissen- schaftlichen Instituts der EKD auf der Weltausstellung Reformation in Wittenberg, lädt vom 17. Juni bis zum 10. September 2017 ein, sich diesen Fragen zu nähern.

Die Ausstellung beschreibt – ausgehend vom Verhältnis von Berufung und Beruf bei Martin Luther – einen Weg durch die heutige Arbeitswelt und lädt zu Entdeckungen ein, die entlang der Aktualisierungen des reformatorischen Berufsverständnisses gemacht werden können.

Die Berufungsfabrik nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf einen Weg, spricht sie emotional an. An den sechs Stationen der Ausstellung geht es darum, sich selber als Teil der Arbeitswelt wiederzufinden, angeregt durch Fragen wie: Was machst du in deinem Beruf? Wo liegt deine Verantwortung? Bist du berufen? Darüber hinaus geht es um Rahmen- bedingungen guter Arbeit und Fragen der Führung. Aktivitäten und Spiele laden zum Aus- probieren und Handeln ein. Am Ziel sind die Besucherinnen und Besucher ermutigt, ihre Be- rufung zu ergreifen, Verantwortung und Solidarität zu leben.

Das Sozialwissenschaftliche Institut realisiert diese Präsenz auf der Weltausstellung Reformation zusammen mit seinen Kooperationspartnern: dem „Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik“, dem „Evangelischen Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt e.V. (KWA)“, der „Hans-Böckler-Stiftung“ und der „Stiftung Sozialer Protestantismus“

Die „Erfindung“ des Berufs in der Wittenberger Reformation durch Martin Luther war eine der ganz großen religiös-sozialgeschichtlichen Innovationen. Nicht mehr nur Mönche und Nonnen, sondern jede Frau und jeder Mann hatte einen Beruf und damit auch eine Be- rufung. So konnte Luther formulieren: „Ein Knecht, eine Magd, ein Vater, eine Mutter sein, das sind solche Lebensformen, die durchs göttliche Wort eingesetzt und geheiligt sind und Gott wohl gefallen“ (WA 25, 385, 26-29).

Was ist daraus geworden? Hat Beruf auch heute noch etwas mit Berufung zu tun? Spielt der Dienst am Nächsten in der Arbeitswelt eine Rolle? Und wo finden Menschen Sinn in ihrem Leben? Was führt dazu, dass Menschen mit ihrer Arbeit mehr als nur den Lebensunterhalt verdienen? Was treibt sie an und setzt sie in Bewegung – auch jenseits der Berufsarbeit, im freiwilligen Engagement, in sportlicher Betätigung, im kulturellen Schaffen, in der Familien- arbeit?

Wenn heute von der Beziehung von Beruf und Berufung die Rede ist, geht es um die Ver- hältnisbestimmung von menschlicher Identität, Selbstbewusstsein und der Arbeitsleistung, die Menschen in der Gesellschaft erbringen. Wer – in welcher Form auch immer – daran festhält, dass der eigene Beruf etwas mit der eigenen Berufung zu tun hat, der beharrt darauf, dass er oder sie selbst einen eigenen Ort in der Gesellschaft hat – nach dem es sich gegebenenfalls lohnt ein Leben lang zu suchen.

Informationen rund um „Die Berufungsfabrik“
Offizielle Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 18. Juni 2017 um 13.00 Uhr
Ort: Zwischen Schlossstraße 10 (Eingang Weber-Haus) und Wallstraße (Luthergarten) be- findet sich der Ausstellungs-Pavillon mit einer Fläche von 200qm
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag jeweils 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Zeit vom 17. Juni bis zum 10. September 2017

Die Pressemitteilung finden Sie hier zum Download.

Annelies Bruhne

Annelies Bruhne

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bei Evangelischer Verband Kirche Wirtschaft Arbeitswelt (KWA)
Annelies Bruhne
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