Halbzeit! Die Mittwochsandacht.

Aus dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern:

Die Hälfte ist geschafft! Mittwoch um zwölf Uhr ist der halbe Mittwoch vorbei, die Hälfte der klassischen Montag-bis-Freitag-Woche und auch die Hälfte der Woche, die nach christlichem Verständnis mit dem Sonntag beginnt, liegt hinter einem. Von manchen wird dieser Moment als „Hump-day“ oder „Bergfest“ bezeichnet.

Wer die Hälfte hinter sich hat, hat schon viel erlebt und geschafft – Schönes und Trauriges, Abenteuerliches und Langweiliges, Verwunderliches oder Begeisterndes. Wer die Hälfte noch vor sich hat, kann sich noch auf Vieles freuen und so Manches meistern.

Die „Halbzeit“ ist also ein guter Moment, um kurz innezuhalten und sich eine gedankliche Pause zu gönnen.

Mit kurzen Texten und Bildern lädt uns der Kirchliche Dienst in Bayern jeden Mittwoch um zwölf Uhr zu einer kurzen Mittwochsandacht ein. Einen Tag später versenden wir unseren Newsletter und möchten noch einmal auf diese Andachten hinweisen. Gönnen Sie sich diese kurze Halbzeit-Pause!

In dieser Woche: Dankbar – im hier und jetzt

„Ist es nicht wunderbar an diesem Tag zu sein? Es ist ein Privileg, erachte es nicht als klein.“
Dieses Lied ertönt gerade aus meinem You-Tube Kanal. „Wunderbar“ ist es gerade bei uns nicht. Wir befinden uns immer noch in einer Pandemie. Viele Menschen haben einen geliebten Menschen verloren, andere ihren Arbeitsplatz und wieder andere wissen nicht, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen.
Und wir sollen dankbar sein? Das Leben ist ein Privileg? Warum?
Da kommt mir der Schwager meiner Freundin in den Sinn: Er ist mit knapp 40 Jahren ganz plötzlich an einem Herzinfarkt verstorben! Einfach aus dem Leben gerissen. Oder ein Freund von mir, den ich am Krankenbett besucht habe und der mit 40 Jahren an Krebs gestorben ist. Das Leben ist so zerbrechlich. Sind wir uns dessen bewusst?
So oft schauen wir auf andere, die es vermeintlich besser haben als wir: Menschen, die wohlhabender, erfolgreicher oder glücklicher erscheinen. „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“, sagte der dänische Theologe Sören Kierkegaard einmal.

Genießen wir stattdessen jeden Tag, als könnte es der Letzte sein? – Ich nicht. Oft hetze ich durch den Tag, um alle To Do’s zu erledigen. Dabei übersehe ich die Schönheit und die Geschenke um mich herum. Sei es die kostbaren Menschen an meiner Seite, die Natur oder die Tierwelt. Manche Menschen sind nur eine gewisse Zeit in unserem Leben, wie die Kinder, die uns anvertraut sind und später eigenständig ihre Wege gehen. Oder meine beste Freundin, die wegzieht,  sodass die Zeiten zusammen weniger und noch kostbarer werden.

Gerade diese Tatsachen machen mir immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, das zu schätzen, was uns geschenkt ist. Gott möchte, dass wir dankbar sind, denn daraus entspringt Freude: Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch (1. Thessalonicher 5,16-18). Es ist wunderbar an diesem Tag zu sein. Ich möchte mich aufmachen, die besonderen Momente in meinem Leben wert zu schätzen – in der Arbeit und zuhause.

Carmen Grewing, kda München

Kontakt:
Dr. Sabine Weingärtner, Pfarrerin, Stellv. Leitung KDA Bayern | Öffentlichkeitsarbeit
Mail: weingaertner@kda-bayern.de

Weitere Halbzeit-Andachten unter: https://kda-bayern.de/mensch-und-arbeit/halbzeit/

Beitragsfoto: KDA Bayern