Nun geht es bereits auf das Finale der Online-Reihe „Freiheit Digital“ zu. In dieser Reihe wurde sich mit der neuen (Digitalisierungs-)Denkschrift “Freiheit digital – Die Zehn Gebote in Zeiten des digitalen Wandels” der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auseinandergesetzt.

Heute möchten wir Sie zu den letzten beiden Veranstaltungen im Juli einladen:

Neuntes Gebot: Wahrhaftigkeit unter digitalen Bedingungen – Dienstag, 6. Juli 2021, 18 bis 19 Uhr

Schon bevor der vorige US-Präsident mit Twitter Politik gemacht hat, war sichtbar, dass die Social-Media-Kanäle in den letzten Jahren eine eigene Debattenkultur etabliert haben. Die schnellen, direkten und in ihrer Zeichenzahl häufig beschränkten Reaktionen auf ursprüngliche Posts, die unkontrollierbare Verbreitung auch extremer Positionen im virtuellen Raum führen zu verschiedenen Schwierigkeiten und hinterlassen spürbare, z. T. gewalttätige Folgen in der realen Welt. Das lässt sich unter anderem an dem Mord an Walter Lübcke, an dem Anschlag in Hanau und an den vielfältigen Radikalisierungen der Zeit erkennen. Hier lässt sich lernen, wie sehr die digitale Welt in die analoge Welt hineinragt, diese beeinflusst und mittlerweile auch prägt.

Es stellt sich die Frage, wie objektiv ist Wahrheit im virtuellen Raum, wie wahrhaftig agieren wir dort als Menschen und wie schnell werden auch ruhige Gemüter verleitet, in der Anonymität auf verkürzte und teils unwahre Behauptungen aufzuspringen, sie (häufig ungeprüft) weiterzuverbreiten und damit öffentlich wirksam zu machen.

Dem geht die Veranstaltung nach, beleuchtet das Neunte Gebot in seinen Aussagen für die digitale Welt heute und bietet ein Gespräch über Erfahrungen und neue Möglichkeiten der Steuerung an.


Zehntes Gebot: Wer will ich sein und wenn ja, wie poste ich mich? Dienstag, 13. Juli 2021, 18 bis 19 Uhr

Das “world wide web” verknüpft eine unüberschaubare Vielzahl von Angeboten zu idealen und absoluten Entwürfen von Besitz, aber auch von Eigenschaften oder Merkmalen, denen sinnstiftender Inhalt zuwächst. Aus der Chance zur Selbstexpressivität ist längst die subjektive Notwendigkeit geworden, ein*e Andere*r zu werden. Blogger*innen und Influencer*innen “verkörpern” kuratierte Lebensentwürfe und liefern in stetigem Nachfluss Identitäten. Sowohl Dating-Shows und Partnerschaftsbörsen, als auch Internet-Portale und Plattform-Ökonomie vermarkten Begehren und Gier im Sinne eines “Must-have” des Vollkommenen. Hier treffen die menschliche Fragmentarität, das Bedürfnis nach geschützter Un-Perfektheit, auf die unwiderstehliche Verheißung perfekter Leiblichkeit und makellos ungebrochener Lebensläufe.

Die Veranstaltung zum Zehnten Gebot würdigt das Begehren als Ausdruck menschlicher Geschöpflichkeit und als Lebenstrieb. Sie fragt nach dem Verhältnis zwischen dem Menschen mit seinen individuellen Begabungen und Grenzen und seinem Bedürfnis nach Entfaltung und dem Experimentieren mit neuen Möglichkeiten der eigenen Identitätsfindung. Schließlich entwickelt sie Perspektiven für ein Begehren, in dem der Mensch Subjekt bleibt und sich nicht als Objekt der Gier ausliefert.

Ihre Anmeldung erbitten wir für die jeweilige Veranstaltung bis zum Vorabend über folgende Online-Formulare:

 

Nähere Informationen gibt es hier

 

Über Ihr Interesse und Ihre – übrigens kostenfreie – Teilnahme würden wir uns freuen. Gerne können Sie auch andere zu dieser Veranstaltungsreihe einladen.

Kontakt:
Stephan Klinghardt, Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland e. V. (AEU), info@aeu-online.de
Peter Lysy, Pfarrer KDA Bayern, lysy@kda-bayern.de