Andacht – Unser Vorsatz für 2023: Einen Realitätscheck durchführen!

1. März 2023, Die Jah­res­lo­sung für 2023 lautet „Du bist ein Gott, der mich sieht“ (Gen.16,13). In der Geschichte erfährt die Magd Hagar Zuspruch und Stärkung durch Gott. Uns hat dieser bibli­sche Satz Hagars ermun­tert, einen Rea­li­täts­check durch­zu­füh­ren.

Ja, wir sind zwei gestan­dene Frauen und machen unsere Arbeit auch wirklich gut, wenn da nicht unsere „inneren Kritiker“ wären: Alte Bekannte, die wir beiden nur zu gut kennen und die sich wohl aus jah­re­lang erlern­ten Mustern und unseren inneren „Glau­bens­sät­zen“ zusam­men­set­zen.

„Ich bin nicht gut genug“, „Ich kann nie­man­dem trauen.“, „Ich darf keine Fehler machen.“, „Nur, wenn ich etwas leiste, werde ich geliebt.“, „Ich muss alles alleine schaffen“, „Ich darf anderen nicht zur Last fallen.“.

Frauen wie wir bewerten sich im Berufs­le­ben zu kritisch – das bestä­ti­gen Ergeb­nisse einer wis­sen­schaft­li­chen Studie der Inter­na­tio­na­len Hoch­schule Bad Honnef – Bonn:

Frauen bewerten ihre Stärken selbst weit nied­ri­ger als ihr direktes Umfeld diese ein­schätzt. Die Studie bestä­tigt damit den seit Langem kri­ti­sier­ten Gender-Gap in Bezug auf die Selbst­ein­schät­zung beruf­li­cher Leis­tun­gen von Frauen.

Also auf zum Rea­li­täts­check!

Hin­ter­fra­gen wir mal unsere inneren Kritiker. Natür­lich ist es gut und wichtig, Risiken ver­nünf­tig abzu­wä­gen. Aber wenn Bedenken uns davon abhalten, unsere Meinung zu sagen, die Schuld auch mal bei anderen zu suchen oder eigene Erfolge zu feiern, dann sind wir ein­deu­tig zu hart mit uns selbst. Und hindern uns daran unsere Träume zu ver­wirk­li­chen.

Ant­wor­ten wir in diesen Situa­tio­nen unseren alten Bekann­ten doch mal mit den Worten:

„Wer sagt eigent­lich, dass ich das nicht schaffe?“

Uns beiden hilft der gemein­same Aus­tausch, um unsere beruf­li­chen Kom­pe­ten­zen rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen und unsere Leistung selbst zu sehen und somit unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.

Der Arbeits­markt wartet auf gut aus­ge­bil­dete Frauen. Also traut euch was zu! Auch aus Unter­neh­mens­sicht ist es sinnvoll, das Poten­zial der Frauen anzu­er­ken­nen, zu fördern und ihre Selbst­wahr­neh­mung positiv zu ver­stär­ken, da sie sonst im Wett­ren­nen um Fach­kräfte auf dem Arbeits­markt ver­lie­ren.

Also ran an den Rea­li­täts­check: Blinder Fleck – Check und weg! Falsche Beschei­den­heit – Check und weg! Kar­rie­re­träume – Check! Wir haben Chan­cen­gleich­heit verdient und sind beruf­lich so begehrt wie nie!

Gott sieht uns und all unsere Gaben.

Dagmar Eck, Refe­ren­tin für Arbeits­welt und Politik, Evan­ge­li­sche Arbeits­stelle Bildung und Gesell­schaft. Sie und ihre Kollegin Silke Scheidel arbeiten für die Evan­ge­li­sche Kirche der Pfalz.

Dies ist eine Andacht zum Frauenmonat März 2023. Er hat den Schwerpunkt: „Gott sieht mich und meine Arbeit“.

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