Andacht – Jetzt ist die Zeit. Ein Plädoyer für weibliche Führung.

29.3.2023 | Jetzt ist die Zeit. Ein Plädoyer für weib­li­che Führung.

Es gibt sie, die weib­li­chen Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten in der Bibel. Und es gibt viele von ihnen. Man muss sie etwas suchen, denn die Erzäh­lun­gen von Jesus und seinen Jüngern sind sehr dominant.

Aber die bibli­schen Frauen – in all ihrer Unter­schied­lich­keit – zeigen uns, dass Geschlecht keine Rolle spielt, wenn es um Führung und Stärke geht.

Eine dieser Frauen ist Deborah. Deborah ist eine Pro­phe­tin und Rich­te­rin in Israel, die das Volk durch eine schwere Zeit der Unter­drü­ckung führt. Sie ist eine kluge und starke Anfüh­re­rin. Deborah ist in der Lage, sowohl mili­tä­ri­sche als auch poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen zu treffen. Unter ihrer Führung siegt Israel über seine Feinde und erlebt Frieden und Wohl­stand.

Auch in der heutigen Arbeits­welt gibt es viele Deborahs: Kom­pe­tent, stark in Bildung und Beruf, an vielen Stellen sogar besser als Männer. Aktuell stehen die Zeiten gut für einen Wechsel hin zu mehr weib­li­cher Führung. Der Abbau von Vor­ur­tei­len und Benach­tei­li­gun­gen von erwerbs­tä­ti­gen Frauen gehört zu einer umfas­sen­den Trans­for­ma­tion.

Es ist eine Stärke von Frauen, sich in unter­schied­lichs­ten Lebens­be­rei­chen zu bewegen, sie mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen und dabei auch die Bedürf­nisse Dritter wahr­zu­neh­men. Diese Fähig­kei­ten – ver­bun­den mit Sen­si­bi­li­tät und sozialem Enga­ge­ment – sind Schlüs­sel-Qua­li­fi­ka­tio­nen für die Zukunft guter Führung in Zeiten sozi­al­öko­lo­gi­schen Wandels.

Eine weitere bemer­kens­werte Frau in der Bibel ist Esther. Esther ist eine jüdische Königin im per­si­schen Reich, die ihr Volk vor dem Genozid rettet. Obwohl sie anfangs Angst hat, sich dem König zu offen­ba­ren, erkennt sie schließ­lich ihre Stärke und ihren Mut und setzt sich für ihr Volk ein. Durch ihre umsich­tige Führung kann sie die Zer­stö­rung ihres Volkes ver­hin­dern und Frieden und Sicher­heit für alle schaffen.

Wenn es um Krisen geht, um Her­aus­for­de­run­gen, um neue Ideen und Methoden, dann richten oft Frauen das, was zuvor verbockt wurde. Ihnen traut man zu, nach­hal­tige Lösungen zu finden.

Über­nahme von Ver­ant­wor­tung und Führung finden auf allen Berufs­ebe­nen statt. Sie sind nicht auf die Karriere-Posi­tio­nen im Unter­neh­men beschränkt. Oft sind es gerade nicht die offi­zi­el­len Chefs, die das Schiff lenken, Inno­va­tio­nen her­bei­füh­ren, Dinge konkret umsetzen und das große Ganze im Blick haben.

Wir müssen uns nicht ver­bie­gen, um zu führen. Wir dürfen uns auf unsere Stärken und unsere Per­sön­lich­keit ver­las­sen und wir dürfen ver­trauen.

Denn die bibli­schen Frauen zeigen uns den Weg. Sie zeigen uns, dass Gott keinen Unter­schied zwischen Männern und Frauen macht – auch nicht, wenn es um Führung geht.

Unter­stüt­zen wir uns also gegen­sei­tig dabei, sichtbar zu werden!

Maike Hagemann-Schil­ling ist Refe­ren­tin des KDA der Nord­kir­che in Kiel.
Annelies Bruhne ist Refe­ren­tin des Ev. Verband Kirche Wirt­schaft Arbeits­welt (KWA) in Hannover.

Mail-Kontakt: maike.hagemann-schilling@kda.nordkirche.de

Bild: Kon­stan­tin Juganov via Canva

 

Dies ist eine Andacht zum Frauenmonat März 2023 mit dem Schwerpunkt: „Gott sieht mich und meine Arbeit“.

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