Pres­se­mit­tei­lung, 27.02.2023

Grundgesetz verteidigen – Aushöhlung des Sonntagsschutzes stoppen 

​Aus Anlass des „Inter­na­tio­na­len Tages des freien Sonntags“ bekräf­tigt die „Allianz für den freien Sonntag“ ihre For­de­rung, die grund­ge­setz­li­che Garantie des Ruhe­ta­ges nicht weiter aus­zu­höh­len, sondern ent­schie­den zu ver­tei­di­gen.

„Artikel 140 des Grund­ge­set­zes stellt den Sonntag unter beson­de­ren Schutz“, betont der Bun­des­prä­ses der Katho­li­schen Arbeit­neh­mer Bewegung (KAB), Stefan Eirich. „Davon darf nur in unum­gäng­li­chen Fällen abge­wi­chen werden, etwa in der Gesund­heits­ver­sor­gung, bei der Feu­er­wehr und in Ret­tungs­diens­ten. Die Gewinn­ab­sich­ten von Kauf­leu­ten gehören nicht dazu, das hat auch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt deutlich gemacht. Wir brauchen deshalb nicht mehr, sondern weniger ver­kaufs­of­fene Sonntage. Die bestehen­den Aus­nah­me­re­ge­lun­gen in den Bun­des­län­dern sollten über­prüft werden.“

Stefanie Nut­zen­ber­ger, für den Handel zustän­di­ges Mitglied des Bun­des­vor­stan­des der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) unter­streicht: „In den Dis­kus­sio­nen um Laden­öff­nungs­zei­ten im Handel oder auch um Arbeits­zei­ten all­ge­mein werden die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten oft ver­nach­läs­sigt. Das nehmen wir nicht hin. Es kann nicht sein, dass bestehende Schutz­vor­schrif­ten, die die Gesund­heit der Kol­le­gin­nen und Kollegen sichern sollen, zuguns­ten von Divi­den­den und ein­sei­ti­ger Unter­neh­mens­in­ter­es­sen geschleift werden. Wir haben den Schutz des arbeits­freien Sonntags bereits in den ver­gan­ge­nen Jahren immer wieder erfolg­reich gegen Angriffe ver­tei­di­gen können, diesen Kampf werden wir fort­set­zen. Sonn­tags­schutz ist Gesund­heits­schutz!“

​Für den Evan­ge­li­schen Verband Kirche Wirt­schaft Arbeits­welt (KWA) fordert die Vor­sit­zende Gudrun Nolte, die Ver­ein­bar­keit von Beruf und Familie nicht durch Arbeits­zei­ten am späten Abend, an Wochen­en­den, Sonn- und Fei­er­ta­gen zu erschwe­ren. „Im Ein­zel­han­del arbeiten über­wie­gend Frauen. Wenn die Läden bis spät in die Nacht oder am Sonntag geöffnet bleiben, sind sie die Haupt­be­trof­fe­nen. Das Leben mit und in der Familie, mit Kindern, Freunden, Bekann­ten, bleibt auf der Strecke.“

​Hin­ter­grund:

Am 3. März 321 n.Chr. erklärte der römische Kaiser Kon­stan­tin in einem Edikt den Sonntag erstmals für arbeits­frei und begrün­dete damit eine bis heute andau­ernde Tra­di­tion.

In der Allianz für den freien Sonntag haben sich auf Bun­des­ebene die Vereinte Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di Handel), die Katho­li­sche Arbeit­neh­mer-Bewegung (KAB), die Katho­li­sche Betriebs­seel­sorge, der Evan­ge­li­sche Verband Kirche Wirt­schaft Arbeits­welt (KWA) und der Bun­des­ver­band Evan­ge­li­scher Arbeit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen (BVEA) zusam­men­ge­schlos­sen. In vielen Bun­des­län­dern bestehen zudem regio­nale Alli­an­zen mit weiteren Trä­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen.

​Das 1700. Jubiläum des Ediktes vor zwei Jahren hat die Allianz mit einer zen­tra­len Fest­ver­an­stal­tung in Berlin begangen.

​In diesem Jahr ver­öf­fent­licht das Bündnis zum 3. März eine Reihe kurzer Video­state­ments, die Sie mit weiteren Infor­ma­tio­nen unter www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de aufrufen können. (Inter­es­sier­ten Journalist*innen senden wir die Clips gerne vorab zu.)

Die Pres­se­mit­tei­lung als PDF können Sie hier her­un­ter­la­den.

​Ansprech­part­ne­rin: Annelies Bruhne (KWA), Tel.: 01525–137 94 08

Annelies Bruhne
Geschäfts­füh­re­rin KWA
Refe­ren­tin für den KDA
der Lan­des­kir­che Han­no­vers und
KWA-Beauf­tra­gung Sonn­tags­schutz

Arns­waldt­straße 6
30159 Hannover
Telefon: 0511 473877 14
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