WORTMELDUNG AUGUST: Umgang mit und in Krisen

Umgang mit und in Krisen – der Blick nach vorn entscheidet

Die volatile Markt­si­tua­tion stellt viele Konzerne, Betriebe und kleine und mittlere Unter­neh­men vor extreme Her­aus­for­de­run­gen. Viele Unter­neh­men befinden sich im Dauer-Kri­sen­mo­dus. Auch die Kirche steht vor schmerz­haf­ten Ein­spa­run­gen. Zentrale Fragen unserer Zeit sind: Wie können wir als Einzelne, als Füh­rungs­kräfte und als Gemein­schaft mit Krisen umgehen? Zu diesen Fragen führte ich ein Inter­view mit dem Vor­sit­zen­den der Geschäfts­füh­rung von EY Deutsch­land, Dr. Henrik Ahlers.

Den Blick nach vorne richten
Henrik Ahlers betont in dem Inter­view, dass der Moment der Ohnmacht der schwie­rigste ist. Sobald man wieder ins Gestal­ten kommt, lässt sich ein Ziel erst errei­chen. Damit das gelingt, ist es wichtig, ein posi­ti­ves Ziel vor Augen und eine Richtung zu bekommen. Wenn wir auf ein posi­ti­ves Zukunfts­bild hin­ar­bei­ten, ist man „auto­ma­tisch positiv gestimmt“.

Authen­tisch und trans­pa­rent sein
Nicht alles muss perfekt sein. Wir dürfen Fehler machen, wenn wir aus ihnen lernen. Gutes Kri­sen­ma­nage­ment bedeutet für Ahlers nicht, sofort alle Ant­wor­ten zu haben. Es bedeutet: kom­mu­ni­ka­tiv präsent bleiben, offen mit Unsi­cher­hei­ten umgehen, Fehler ein­zu­räu­men und Ori­en­tie­rung durch Haltung zu geben.

Sich im Team ver­trauen
In der Krise gibt es bereits viele Kritiker von außer­halb. Inner­halb, ins­be­son­dere in den Füh­rungs­teams und ‑gremien, muss man sich auf­ein­an­der ver­las­sen können. Es braucht Teams, die sich ver­trauen – Menschen, die sich „blind auf­ein­an­der ver­las­sen können*. Man darf nicht noch Energie darauf ver­wen­den, was andere (Team­mit­glie­der) über Ent­schei­dun­gen und Aussagen denken, so Ahlers.

Positive Zukunfts­er­war­tung kreieren
Die Krise der Kirche ist nicht nur finan­zi­ell. Sie ist auch eine Krise der Zukunfts­er­war­tung. Wenn ich Ahlers Gedanken auf die Situa­tion der Kirche anwende, ver­lie­ren wir den Mut und Gestal­tungs­wil­len, wenn wir die Spar­maß­nah­men nur als Rückbau begrei­fen. Wir müssen sie als Gele­gen­heit sehen, Dinge neu zu denken und eine positive Zukunfts­er­war­tung zu kreieren.

Shape the future with con­fi­dence“ – und mit Gott­ver­trauen
„Shape the future with con­fi­dence“ – Gestalte die Zukunft mit Zuver­sicht. Der Claim von EY meint nicht: Alles wird gut. Aber er meint: Etwas kann gut werden, wenn wir losgehen, gemein­sam, mutig, ehrlich. Für mich wird das möglich, weil ich darauf vertraue, dass Gott in der Krise nicht abwesend ist, sondern mit­ten­drin.

Das geführte Interview steht Ihnen hier als PDF zur Verfügung.

Ein Beitrag von Laura Bekier­man, Team­lei­tung Service Agentur Arbeit und Wirt­schaft der Evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Lan­des­kir­che Han­no­vers, laura.bekierman@evlka.de