Sonntagsallianz: Der Kampf um freie Zeit geht weiter!

Pres­se­mit­tei­lung, 03. März 2026

20 Jahre Allianz für den freien Sonntag – und der Kampf um freie Zeit geht weiter!

Die kirchlich-gewerkschaftliche „Allianz für den freien Sonntag“ feiert Geburtstag!

Vor 20 Jahren schlos­sen sich in der Allianz für den freien Sonntag Gewerk­schaf­ten und Kirchen für den Erhalt des arbeits­freien Sonntags zusammen, um die grund­ge­setz­lich geschützte Sonn- und Fei­er­tags­ruhe zu ver­tei­di­gen. Die Vorstöße für eine Aus­wei­tung der Arbeits­zeit zeigen, dass gemein­same freie Zeit bis heute ein Produkt von erfolg­rei­chen gesell­schaft­li­chen Alli­an­zen ist.

„Der Sonntag ist nach wie vor der einzige Wochen­tag, an dem ein Großteil der Erwerbs­be­völ­ke­rung gleich­zei­tig Freizeit hat. Für die meisten Beschäf­tig­ten ist er der einzige ver­läss­li­che und planbare freie Tag für soziale Kontakte, kör­per­li­che Erholung und mentale Ent­las­tung“, betont ver.di Bun­des­vor­stands­mit­glied Silke Zimmer.

Aktiv ein­ge­tre­ten für diesen Sonn­tags­schutz sind Kolleg*innen aus dem Ev. Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA), dem Bun­des­ver­band der Evan­ge­li­schen Arbeit­neh­mer (BVEA), der Katho­li­schen Arbeit­neh­mer-Bewegung (KAB), der katho­li­schen Betriebs­seel­sorge und der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di.  Kolleg*innen in der Allianz kämpfen seit dem Jahr 2006 in neun Bun­des­län­dern sowie 90 Städten und Regionen in Deutsch­land und sogar auf Euro­päi­scher Ebene als European Sunday Alliance für den Erhalt des freien Sonntags. Gudrun Nolte, Vor­stands­vor­sit­zende im Evan­ge­li­schen Verband Kirche Wirt­schaft Arbeits­welt (KWA) führt dazu aus: „Mit der Sonn­tags­al­li­anz geben wir dem Schutz der Sonn- und Fei­er­tage seit zwanzig Jahren eine starke Lobby. Wir ver­hin­dern sehr erfolg­reich rechts­wid­rige Sonn­tags­ar­beit im Handel und anderen Branchen. Zugleich halten wir das Thema in der Gesell­schaft wach. Wir möchten, dass den Menschen bewusst bleibt, wie kostbar ihre gemein­same freie Zeit ist und wie unver­zicht­bar ihr Tag zur see­li­schen Erhebung. Nur so können wir den Sonntag auf Dauer bewahren.“

Dafür machte sich die Allianz für den freien Sonntag über die Jahre in zahl­rei­chen krea­ti­ven Aktionen stark. Kolleg*innen mobi­li­sier­ten in Innen­städ­ten, auf Social Media und auf Demons­tra­tio­nen für den freien Sonntag. Immer wieder zogen die Mit­glie­der der Allianz für den freien Sonntag gemein­sam vor Gericht – um gegen einzelne Sonn­tags­öff­nun­gen zu klagen. Und Sie bekamen Recht und schrie­ben dabei Rechts­ge­schichte. Die Gerichte stellten klar, dass man sich nicht Gründe für ver­kaufs­of­fene Sonntage aus­den­ken darf – und eine Öffnung ohne kon­kre­ten Anlass rechts­wid­rig ist.

Doch aktuell erleben die Kolleg*innen im Handel durch die Hin­ter­tür heftige Angriffe auf ihre grund­ge­setz­lich geschützte Sonn­tags­ruhe, so Silke Zimmer. Denn seit 2019 ver­zeich­net der Handel das neue Betriebs­for­mat „digi­ta­ler Kleinst­su­per­märkte“. Diese unter­schei­den sich von Auto­ma­ten­ki­os­ken, als dass sie als begeh­bare Ver­kaufs­stelle gelten und sonntags – entgegen der öffent­li­chen Dar­stel­lung – nicht per­so­nal­los betrie­ben werden können. Auch am Sonntag arbeiten dort Beschäf­tigte, um Waren auf­zu­fül­len, zu reinigen und in der Über­wa­chung. Die Betrei­ber der digi­ta­len Kleinst­su­per­märkte erhiel­ten behörd­li­che Geneh­mi­gun­gen für die Sonn­tags­öff­nung, für die es keine gesetz­li­che Grund­lage in den Laden­öff­nungs­ge­set­zen gab. Dar­auf­hin änderten immer mehr Länder ihre Laden­öff­nungs­ge­setze oder planen aktuell Geset­zes­än­de­run­gen, welche die Sonn­tags­öff­nung von digi­ta­len Kleinst­su­per­märk­ten bewusst aus dem Anwen­dungs­be­reich der neuen Laden­öff­nungs­ge­setze aus­neh­men. Aus Ver­kaufs­stät­ten sind unter diesen Vor­aus­set­zun­gen Qua­drat­me­ter – und sor­ti­ments­be­grenzte Flächen geworden. Dies führt wieder zu dem nächsten Versuch, Schlupf­lö­cher für die Sonn­tags­öff­nung und somit für die Sonn­tags­ar­beit der Beschäf­tig­ten im Handel zu initi­ie­ren, führt Zimmer aus.

Aktuell wird in Bayern und Sachsen-Anhalt gegen diese neuen ver­fas­sungs­wid­ri­gen Laden­öff­nungs­ge­setze geklagt. Der Kampf um freie Zeit am Sonntag geht für die Mit­glie­der der Allianz also weiter. Das betont auch Stefan Eirich, Bun­des­prä­ses der Katho­li­schen Arbeit­neh­mer-Bewegung (KAB) „Mit dem Schutz des Sonntags stellt sich immer wieder die ent­schei­dende Frage, ob der Mensch für die Wirt­schaft da ist oder die Wirt­schaft für den Menschen. Die gemein­same Zeit am Sonntag wird uns auch in Zukunft die Vision einer Gesell­schaft deuten, die das Leben bejaht und Lust auf Teilhabe macht – dafür lohnt sich jeder Einsatz.“

2026 02 27 Sonn­tags­al­li­anz Pres­se­mit­tei­lung Zum Inter­na­tio­na­len Tag Des Freien Sonntags

Kontakte:

Annelies Bruhne, Beauf­trage für den Sonn­tags­schutz, Ev. Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt, a.bruhne@kwa-ekd.de, 0511 473877 0

Stefan Eirich, Katho­li­sche Arbeit­neh­mer-Bewegung, Stefan.Eirich@kab.de, 0221 7722 138

Infos und Mate­ria­lien: sonntagsallianz.de und facebook.com/machtsonntagsfrei/