KWA auf der Internationalen Handwerksmesse 2026 in München

Zukunft Handwerk
Internationale Handwerksmesse München am 04.03.2026

Ein Bericht von Erich Schuh:

Der Evan­ge­li­sche Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA) war auf der Inter­na­tio­na­len Hand­werks­messe 2026 in München mit seiner Arbeits­ge­mein­schaft „Handwerk und Kirche“ ver­tre­ten. Die Arbeits­ge­mein­schaft, deren Vorstand ich angehöre, gestal­tete einen eigenen Stand und brachte die Per­spek­tive von Kirche im Handwerk aktiv in das Mes­se­ge­sche­hen ein.

Über den Evan­ge­li­schen Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt und die Arbeits­ge­mein­schaft „Handwerk und Kirche“ war es mir möglich, an der Inter­na­tio­na­len Hand­wer­ker­messe in München teil­zu­neh­men. Der Vor­sit­zende der Arbeits­ge­mein­schaft, Dieter Vier­l­beck, lud den Vorstand zu einer Vor­stands­sit­zung in die Räume der Hand­werks­kam­mer ein. Als Geschäfts­füh­rer der Kammer nutzte er die Gele­gen­heit, mit uns gemein­sam die Messe zu besuchen.

Der Kongress und die Messe in München waren ein beein­dru­cken­des Erlebnis für den Vorstand der Arbeits­ge­mein­schaft. Zutritt zur großen Eröff­nungs­ver­an­stal­tung im Kon­gress­zen­trum ist nur über eine per­sön­li­che Auto­ri­sie­rung möglich. Der gut gefüllte Kon­gress­saal stand ganz im Zeichen der Auf­tritte der Hand­werks­spitze, der Bun­des­po­li­tik und des gast­ge­ben­den Frei­staa­tes Bayern.

Der Prä­si­dent des Zen­tral­ver­ban­des des Deut­schen Hand­werks, Jörg Dittrich, Dach­de­cker­meis­ter, trug die Sorgen und Nöte des Hand­werks ein­drück­lich an die Politik heran. Der Minis­ter­prä­si­dent des Frei­staa­tes Bayern, Dr. Markus Söder, verstand es in seiner unnach­ahm­li­chen Art, die Errun­gen­schaf­ten für das Handwerk in Bayern zu prä­sen­tie­ren.

Mit Spannung wurde die Rede von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­rina Reiche erwartet, die zugleich Schirm­her­rin der Ver­an­stal­tung war. Dem For­de­rungs­ka­ta­log des Hand­werks standen die dar­ge­stell­ten poli­ti­schen Maß­nah­men gegen­über. So blieb es den Zuhö­ren­den selbst über­las­sen, sich ein Bild zwischen Anspruch und Wirk­lich­keit zu machen. Während der Frei­staat Bayern konkrete Ergeb­nisse vor­wei­sen konnte, blieb die Bun­des­re­gie­rung aus meiner Sicht hinter den Erwar­tun­gen zurück.

Der For­de­rungs­ka­ta­log für das Handwerk wurde von Jörg Dittrich mit großem Enga­ge­ment vor­ge­tra­gen. Im Mit­tel­punkt stand die über­mä­ßige Büro­kra­tie. Hier besteht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf: Handwerk ist prak­ti­sche Arbeit – und darf nicht durch Ver­wal­tungs­auf­wand aus­ge­bremst werden.

Ein weiteres zen­tra­les Thema war die Erb­schafts­steuer. Was in Hand­werks­be­trie­ben über Gene­ra­tio­nen hinweg erar­bei­tet wurde, darf bei der Übergabe an die nächste Gene­ra­tion nicht gefähr­det werden. Ebenso wichtig ist der Zugang zu digi­ta­lem Fort­schritt für das Handwerk.

Die über­be­trieb­li­chen Aus­bil­dungs­stät­ten stehen vor einem erheb­li­chen Inves­ti­ti­ons­stau. Einst hoch­mo­derne Ein­rich­tun­gen, wurden sie über Jahr­zehnte nicht aus­rei­chend wei­ter­ent­wi­ckelt. Parallel dazu sind auch Berufs­bil­der in Teilen veraltet. Hier braucht es eine deutlich schnel­lere Anpas­sung an die Anfor­de­run­gen der Gegen­wart.

Ein klares Fazit lautete:
Handwerk darf die Zukunft nicht ver­schla­fen.

Die Politik reagierte darauf mit unter­schied­li­chen Ansätzen. Markus Söder verwies unter anderem auf den „Tag des Hand­werks“ an baye­ri­schen Schulen sowie auf die Erstat­tung der Meis­ter­kos­ten. Für ihn ist klar: Ein Meis­ter­ti­tel darf nicht teurer sein als ein Studium – und muss in seiner Wer­tig­keit gleich­ge­stellt werden.

Von Bun­des­mi­nis­te­rin Reiche war zu hören, dass eine Änderung der Erb­schafts­steuer mit ihr nicht zu erwarten sei. Beim Büro­kra­tie­ab­bau betonte sie, dass dieser nur schritt­weise erfolgen könne. Auch die Neu­re­ge­lung des Mut­ter­schut­zes für Unter­neh­me­rin­nen wurde ange­spro­chen, blieb jedoch ohne konkrete Aus­füh­run­gen.

Neben den poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen bot der Kongress zahl­rei­che Work­shops, Vorträge und Mit­ma­ch­an­ge­bote. Beson­ders Schü­le­rin­nen und Schüler nutzten die Gele­gen­heit, hand­werk­li­che Tätig­kei­ten prak­tisch aus­zu­pro­bie­ren – sei es beim Ein­schla­gen eines Nagels, beim Fri­sie­ren am Übungs­kopf oder beim Gestal­ten eines Mosaiks.

Ein Schwer­punkt vieler Ver­an­stal­tun­gen lag auf Zukunfts­the­men wie Künst­li­che Intel­li­genz, Moder­ni­sie­rung und nach­hal­ti­ges Bauen.

Die Arbeits­ge­mein­schaft „Handwerk und Kirche“ war mit einem eigenen Stand auf dem Kongress ver­tre­ten. Dies wurde durch das neue Mes­se­for­mat sowie die gute Zusam­men­ar­beit mit der Hand­werks­kam­mer München ermög­licht – ins­be­son­dere durch Dieter Vier­l­beck. Die Kosten für den Stand trägt der Evan­ge­li­sche Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt.

Das neue Mes­se­kon­zept ver­bin­det mehrere Formate: die Inter­na­tio­nale Hand­werks­messe, den beglei­ten­den Kongress sowie die Messen „Haus und Dach“, „Food Life“ und „Garten München“. Ohne die Ein­bin­dung der Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher wären solche Groß­ver­an­stal­tun­gen kaum noch rea­li­sier­bar.

Die Vielzahl an Ein­drü­cken dieses Tages war über­wäl­ti­gend. Dieses beson­dere Erlebnis wirkt nach – und nur ein Teil davon lässt sich in Worte fassen.

Ich finde es bemer­kens­wert, dass Kirche in diesem neuen Mes­se­for­mat sichtbar präsent sein konnte. Unser Stand stand unter dem Motto:

Handwerk und Kirche – Part­ner­schaft mit Zukunft.

Zum Abschluss noch ein Gedanke aus der Auf­takt­ver­an­stal­tung:

„Gott schütze das ehrbare Handwerk!“

Mit diesem Wunsch beginnen viele Hand­wer­ke­rin­nen und Hand­wer­ker bis heute ihren Arbeits­tag – nicht nur in Bayern.

Erich Schuh, April 2026