Die Vier-Tage-Woche 

In den letzten fünf Jahren hat die Vier-Tage-Woche1 zuneh­mend an Bedeu­tung gewonnen. Von einer uto­pi­schen Idee setzt sie sich langsam zu einem rea­li­sier­ba­ren Arbeits­zeit­mo­dell durch. 

Beschäf­tigte befür­wor­ten das Modell u. a. aus Frus­tra­tion über die schlechte Ver­ein­bar­keit von Beruf und Familie. Zusätz­lich gibt es die Tendenz, den Stel­len­wert von Arbeit im Leben anders zu defi­nie­ren – zuguns­ten der „Freizeit“. 

Für Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer wird es mehr und mehr zu einem Instru­ment, um Fach­kräfte für sich zu gewinnen. Ins­be­son­dere im Handwerk machten durch die Umstel­lung schon einige Betriebe auf sich auf­merk­sam. 

The UK‘s four-day week pilot 

Für Aufsehen regten vor Kurzem die Ergeb­nisse der Studie „The UK‘s four-day week pilot2“, in der die Vier-Tage-Woche intensiv unter­sucht wurde. An der Studie, die von Juni bis Dezember 2022 durch­ge­führt wurde, nahmen 61 Unter­neh­men und ins­ge­samt rund 2900 Beschäf­tigte teil. Jedes Unter­neh­men fand bei der Umset­zung indi­vi­du­elle, bedarfs­ge­rechte Lösungen. 

Zen­tra­les Ergebnis der Studie ist, dass die Vier-Tage- Woche eine Reihe posi­ti­ver Effekte mit sich bringt. Vor allem das Wohl­be­fin­den der Beschäf­tig­ten ver­bes­serte sich sehr deutlich: 39 % der Mit­ar­bei­ten­den waren weniger gestresst und 71 % wiesen am Ende der  Studie ein gerin­ge­res Burn-out-Niveau auf. Angst­zu­stände, Müdig­keit und Schlaf­pro­bleme gingen zurück. Ebenso wie die Krank­heits­tage, die im Unter­su­chungs­zeit­raum um 65 % sanken. Befürch­tete Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bu­ßen konnten nicht fest­ge­stellt werden. 56 der 61 Unter­neh­men setzen die Vier-Tage-Woche fort. 

Warum das sinnvoll erscheint 

Die Vier-Tage-Woche scheint ohne Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bu­ßen einen posi­ti­ven Effekt auf eine gesund­heits­för­der­li­che Arbeits- und Lebens­ge­stal­tung zu haben. Ein Argument mit Gewicht! Zusätz­lich könnte ein ver­kürz­tes Arbeits­zeit­mo­dell ein wich­ti­ger Schritt im Zuge der sozial-öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­tion sein: Denn Trans­for­ma­tion kostet Zeit. 

Zum einen kostet sie Zeit und Kraft zum Auf­tan­ken. Ver­än­de­rungs­pro­zesse erfor­dern erhöhte Anstren­gun­gen und sind kräf­te­zeh­rend. Und zum anderen kostet die Trans­for­ma­tion Zeit, um sie umzu­set­zen. Nach­hal­ti­ger Konsum, ein regio­na­ler Einkauf im kon­se­quen­tes­ten Falle in einem „Lose-Laden“ oder die Nutzung von Car­sha­ring erfor­dert im Alltag einen höheren Planungs- und Zeit­auf­wand. Zeit, die sich lohnt, aber nicht ohne Weiteres zur Ver­fü­gung steht. Zeit, die in Kon­kur­renz zu einer Reihe von Ver­pflich­tun­gen und schöner Erho­lungs­mo­mente steht. 

Durch die Ein­füh­rung der Vier-Tage-Woche könnte in der breiten Gesell­schaft Zeit geschaf­fen werden, um die Trans­for­ma­tion gesund gestal­ten zu können.

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1 Hier: Arbeits­zeit­ver­kür­zung von fünf auf vier Tage bei vollem Lohn­aus­gleich. 
2 https://autonomy.work/portfolio/uk4dwpilotresults/ 


Die Wort­mel­dung können Sie hier als PDF her­un­ter­la­den.

Mehr Infor­ma­tio­nen über den KDA Hannover https://www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/arbeitswelt

 

Laura Odile Bekier­man
Refe­ren­tin
Kirch­li­cher Dienst in der Arbeits­welt

Archiv­straße 3
30169 Hannover
Telefon: 0511 1241 672

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