Wortmeldung Juli 2024: Urlaubs-Zeit

Urlaubs-Zeit

Viele Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer freuen sich im Sommer über bezahl­ten Erho­lungs­ur­laub. Für viele geht es jetzt im Sommer im Urlaub ans Meer oder in die Berge, an ferne Ziele oder in den eigenen Garten. Manche bepacken das eigene Wohn­mo­bil, andere checken im Hotel ein – was man im Urlaub macht, ist ganz unter­schied­lich und wird indi­vi­du­ell gestal­tet. Eines ist aber meist gleich: die Sehn­sucht endlich mal raus zu kommen, die Ver­pflich­tun­gen von Arbeit und Alltag hinter sich lassen und endlich Zeit für Familie, Freunde, Reisen, Hobbys und sich selber haben.

Von urloup zum Urlaub 
Das Wort Urlaub stammt von dem alt- und mit­tel­hoch­deut­schen Wort urloup ab, das zunächst ganz all­ge­mein „Erlaub­nis“ bedeu­tete. Man bat um urloup, um sich von höher­ge­stell­ten Personen ent­fer­nen zu dürfen und alte Lie­bes­lie­der erzählen, dass Lie­bes­be­zie­hun­gen für die Zeit der Walz beur­loupt wurde, sprich aus­ge­setzt waren. Knechte und Mägde baten nach der Ernte um urloup, also um Erlaub­nis ein paar Tage von der Arbeit frei­ge­stellt zu werden. Somit hat sich an der Bedeu­tung des Wortes erst einmal gar nicht so viel geändert. Der Urlaub ist das erlaubte Fern­blei­ben von der Arbeit bei Wei­ter­zah­lung des Lohns oder Gehaltes. Aber Urlaub ist eben auch noch so viel mehr.

Urlaub ist mehr
Der Urlaub ist Abstand zum Alltag. Der Alltag zeichnet sich in der Regel durch seinen gere­gel­ten Ablauf und den gefüllten Ter­min­ka­len­der aus. Da müssen Arbeits­zeit, Zeit für die Familie, Zeit für Hobbys, Zeit für Haushalt, Besor­gun­gen und vieles weitere unter einen Hut gebracht werden. Urlaub bedeutet Frei-Zeit, die gefüllt werden kann und auch gefüllt werden möchte. So sind viele Urlauber*innen auf der Suche, ihre ganz­heit­li­chen Bedürfnisse zu erfüllen. Es geht eben nicht nur um genügend Schlaf, som­mer­li­che Bräune oder zurückgelegte Kilo­me­ter, sondern um qua­li­ta­tiv gefüllte Zeit, die dem Bedürfnis nach see­li­schem Mehrwert nach­kommt. Es soll Kraft getankt werden. Ein Pastor einer der ost­frie­si­schen Inseln sagt so passend: Der Urlaub ist der neue Sonntag.

An der Nordseeküste geben viele Pas­to­rin­nen und Pastoren und ehren­amt­lich Mit­ar­bei­tende ein bisschen ihres eigenen Urlaubs ab, um für Urlauber*innen da zu sein und Angebote für Kinder, Familien und Erwach­sene zu gestal­ten, Got­tes­dienste zu feiern, Seel­sorge anzu­bie­ten und auch so manches Unge­wöhn­li­ches möglich zu machen. Manchmal fla­nie­ren Menschen an den Ver­an­stal­tun­gen vorbei und, weil sie eben Urlaub und Zeit haben, bleiben stehen und feiern mit Got­tes­dienst, hören mit ihren Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte oder ver­fol­gen das Singen am Strand. Es werden gemein­same Erin­ne­run­gen gemacht. Und so ist der Urlaub eben mehr als die bloße bezahlte Zeit, des geneh­mig­ten Fern­blei­bens vom Arbeits­platz.

Eine Wort­mel­dung der Evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Lan­des­kir­che Han­no­vers, Pastorin Antje Wacht­mann, Refe­ren­tin für Kirche im Tou­ris­mus, Region Nord der Evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Lan­des­kir­che Han­no­vers, Antje.Wachtmann@evlka.de

Die Wort­mel­dung als PDF-Dokument.