NÜRNBERG. Im Rahmen seines Jahresthemas 2026 „Spannungsfeld Arbeitszeit“ nimmt der kda Bayern verschiedene Dimensionen dieses Themas in den Blick. Ein Aspekt sind individuelle Fragen von Gesundheit, Stresserleben oder der Planbarkeit von Arbeit. Darunter fällt der Zusammenhang von Arbeitszeit und Gesundheit, den die wissenschaftliche Referentin Hanna Kaltenhäuser in diesem Artikel näher beleuchtet.
Immer wieder wird in der Politik über die Erhöhung der Arbeitszeit pro Tag oder in der Woche diskutiert. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat dazu ein Überblicksgutachten erstellt mit dem zentralen Ergebnis: Das geltende Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist ein Mindeststandard für die gesunde und sichere Gestaltung von Arbeit. Forschungsergebnisse zeigen eindeutig, dass eine Überschreitung der wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen stark erhöht. Bereits nach der achten Arbeitsstunde steigt das Unfall und Verletzungsrisiko exponentiell, so die Expert*innen der BAuA.
Bei zu langen Arbeitszeiten, verkürzten Ruhezeiten, Pausen und flexiblen Arbeitszeitmodellen nimmt die körperliche Belastungs- und Ermüdungsexposition kontinuierlich zu. Kurzfristig äußert sich das in Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung, Schlafstörungen und intensiverem Stressempfinden. Hält die Belastung dauerhaft an, chronifizieren die Symptome und werden zu Krankheiten wie Burn-Out, Depressionen oder chronischen Kopfschmerzen. Auch das Risiko für körperliche Erkrankungen steigt: Bluthochdruck, Thrombosen, Infarkte, Schlaganfälle, Diabetes oder Muskel- und Skeletterkrankungen.
Im Fazit betont die BAuA, dass die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung von Motivation, Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit leisten. Gerade im Kontext des demografischen Wandels ist dies von zentraler Bedeutung: Eine Ausdehnung der Arbeitszeit und die Einschränkung von Erholungsphasen gefährden die Arbeitsfähigkeit, erhöhen Krankenstand und Frühverrentung und verschärfen damit den bereits bestehenden Fachkräftemangel, so die Arbeitsforscher*innen.
Über die Kosten, die lange Arbeitszeiten verursachen – gesundheitliche Belastungen für die Arbeitenden selbst und ihre Familien sowie Einschränkungen in der sozialen und politischen Teilhabe – schreibt Jianghong Li im in den WZB Mitteilungen erschienenen Artikel „Mehr ist nicht immer besser“.
Der Beitrag ist Teil des Jahresthemas 2026 „Spannungsfeld Arbeitszeit“ des kda Bayern. Alle Beiträge, Seminare und Veranstaltungen unter:
www.kda-bayern.de/jahresthema-2026
Den vollständigen Beitrag lesen Sie auf der Website des kda Bayern: „Arbeitszeit und Gesundheit“.
Kontakt: Hanna Kaltenhäuser, kda Bayern, kaltenhaeuser@kda-bayern.de
