Seit gut einem Jahr habe ich eine PV-Anlage auf dem Dach und ein Elektroauto vor der Tür. Ja, die Investitionen waren hoch. Aber je angespannter die Lage an den Zapfsäulen ist, desto schneller relativieren sich diese Kosten. Ausschlaggebend war für mich jedoch etwas anderes: Ich wollte mit meinem eigenen Strom emissionsfrei unterwegs sein – und damit schon heute in der Zukunft ankommen.
Vorteile Erneuerbarer Energien
Sie machen uns unabhängiger von Energieimporten und geopolitischen Krisen. Wer weniger Öl, Gas und Kohle einkaufen muss, ist weniger erpressbar und gewinnt an Souveränität. Gleichzeitig sind erneuerbare Energien ein zentraler Schlüssel für den Klimaschutz. Sie verursachen im Betrieb kaum CO₂ und sind unverzichtbar, wenn wir unsere Klimaziele noch ernst nehmen wollen.
Wirtschaftliche Chancen
Der Ausbau erneuerbarer Energien schafft Arbeitsplätze – im Handwerk, in der Industrie und im Dienstleistungsbereich. Und sie sorgen langfristig für stabilere Energiepreise, weil Sonne und Wind keine Rechnungen schicken. Hinzu kommen Vorteile für regionale Wertschöpfungsstrukturen. Investitionen in erneuerbare Energien kommen direkt vor Ort an: durch Aufträge für das Handwerk, durch Einnahmen für Kommunen und durch Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger.
Gelingensbedingungen
Aus meiner Sicht brauchen wir keine Renaissance fossiler Energieträger, sondern deutlich bessere Gelingensbedingungen für erneuerbare Energien:
• Netzausbau priorisieren: Wir brauchen leistungsfähige Netze, damit der Strom ankommt, wo er gebraucht wird.
• Beteiligung organisieren: Wer vor Ort betroffen ist, muss auch profitieren. Verbindliche Beteiligungsmodelle für Kommunen und Bürger schaffen Vertrauen und Zustimmung.
• Flächen bereitstellen: Die Politik muss ausreichend Flächen für Wind und Solar ausweisen.
• Planungsverfahren beschleunigen: Erneuerbare Energien brauchen schlanke Genehmigungsverfahren.
• Investitionssicherheit schaffen: Ein reformiertes Strommarktdesign und klare Ausbauziele sind nötig, damit Unternehmen und Bürger langfristig investieren.
• Fachkräfteoffensive starten: Ohne Handwerk keine Energiewende. Ausbildung, Qualifizierung und Zuwanderung müssen gezielt gestärkt werden.
• Speicher ausbauen: Die Politik muss den Ausbau von Speichern und intelligenten Netzen beschleunigen, damit erneuerbare Energien verlässlich verfügbar sind.
Die Energiewende ist kein Selbstläufer. Sie ist ein Kraftakt für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Aber sie ist für mich lohnend: für eine Wirtschaft, die den Menschen dient, für stabile Lebensverhältnisse und für die Bewahrung der Schöpfung. Der Kirchenkreis Hannover macht es vor, wie es mit konsequenten Klimaschutz und mit dem Ausbau von PV geht: https://www.kirche-hannover.de/themen/klimaschutz
Die Wortmeldung als PDF zum Download.
Dr. Axel Braßler, Referent Evangelische Agentur Arbeit und Wirtschaft der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, axel.brassler@evlka.de
![AW 26 086 Wortmeldung Juni 2026 Rz[45]](https://www.kwa-ekd.de/wp-content/uploads/2026/06/AW-26-086_wortmeldung_juni_2026_rz45.jpg)