Wortmeldung August: Künstliche Intelligenz in der Kirche

„Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand; sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ (Sprüche 3,5–6)

Wenn wir uns schon nicht allein auf unseren mensch­li­chen Verstand ver­las­sen sollen, wie viel weniger dann auf einen künst­li­chen? Doch die „Künst­li­che Intel­li­genz“ ist längst Realität: Sie wirbelt Gesell­schaft, Wirt­schaft und unseren Umgang mit Infor­ma­tio­nen gehörig durch­ein­an­der – ein Spektrum, das von düsteren Dys­to­pien bis hin zu nahezu heils­ver­spre­chen­den Visionen reicht.

Wir kommen um eine fun­dierte, im besten Fall von Gott gelei­tete Aus­ein­an­der­set­zung mit diesen neuesten Errun­gen­schaf­ten mensch­li­cher Technik und Krea­ti­vi­tät nicht herum. Wir sollten diese Tech­no­lo­gie aus­ge­hend von unserem christ­li­chen Wer­te­kom­pass kritisch betrach­ten, hin­ter­fra­gen und – wo sie dem Menschen dient – ver­ant­wor­tungs­voll nutzen.

Tech­no­lo­gi­scher Fort­schritt ent­fal­tet seinen gesell­schaft­li­chen Wert nur dann, wenn er auf Ver­trauen, Fairness und Ver­ant­wor­tung basiert. KI-Systeme, die ohne klare ethische Wert­vor­stel­lun­gen ein­ge­setzt werden, gefähr­den nicht nur einzelne Menschen, sondern auch das gesell­schaft­li­che Zusam­men­le­ben und unsere demo­kra­ti­schen Struk­tu­ren.

Daher ist eine konkrete, hand­hab­bare Leit­li­nie mit ethi­schem Fun­da­ment eine not­wen­dige Vor­aus­set­zung für den KI-Einsatz. Sie ist kein Hemmnis für Inno­va­tion, sondern deren Grund­lage. Ethische Rah­men­be­din­gun­gen schaffen Ori­en­tie­rung und machen deutlich, was trotz tech­ni­scher Mach­bar­keit nicht wün­schens­wert ist. Wer heute ethisch begrün­det KI einsetzt, gestal­tet aktiv eine Zukunft, in der Mensch und Tech­no­lo­gie einander ergänzen. Dies gilt in beson­de­rem Maße auch für uns, wenn wir die Künst­li­che Intel­li­genz in Kirche und Gemein­den nutz­brin­gend für den Menschen ein­set­zen wollen.

Auf Grund­lage unserer christ­li­chen Über­zeu­gung haben wir uns in der Evan­ge­li­schen Agentur zwölf Regeln gegeben. Diese defi­nie­ren KI als Unter­stüt­zung – niemals als voll­wer­ti­gen Ersatz für den Menschen. Unsere Regeln für den ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit Künst­li­cher Intel­li­genz lassen sich in drei Kate­go­rien ein­tei­len:

Recht­lich-tech­ni­sches Fun­da­ment: Zweck­bin­dung, Rechts­kon­for­mi­tät (DSGVO/AI-Act), Trans­pa­renz, Daten­spar­sam­keit, Ein­wil­li­gung, Risi­ko­ana­lyse und Daten­si­cher­heit.

Qualität & Ethik: Fairness, Freiheit von Dis­kri­mi­nie­rung und kon­ti­nu­ier­li­ches Moni­to­ring.

Unser christ­li­cher Rahmen: das Primat des Menschen (ins­be­son­dere in der Seel­sorge), die Bewah­rung der Schöp­fung sowie die aus­drück­li­che Ableh­nung jeg­li­cher Tech­nik­gläu­big­keit.

Eine Aus­führ­li­che Dar­stel­lung dieser Regeln mit Erläu­te­run­gen und Bei­spie­len finden Sie hier: 2026 07 21 Ki Leit­li­nien Ea

Dr. Karl Teille, Referent Evan­ge­li­sche Agentur Arbeit und Wirt­schaft, karl.teille@evlka.de