Pressemitteilung: Arbeitsmigration braucht gute Arbeit und echte Willkommenskultur

Rund 100 Fachleute aus ganz Deutschland diskutierten beim Online-Hearing des Evangelischen Verbandes Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) über Erfolge, Hindernisse und einen Perspektivwechsel in der Migrationsdebatte

Hannover, 15. Sep­tem­ber 2026. Demo­gra­fie- und Arbeits­markt­pro­gno­sen zeigen deutlich: Deutsch­land wird in den kom­men­den Jahren in hohem Maße auf Zuwan­de­rung ange­wie­sen sein. Während schon heute viele Unter­neh­men, etwa im Bereich der Pflege oder Hand­werks, ohne ihre Mit­ar­bei­ten­den mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund kaum noch exis­tie­ren könnten, domi­nie­ren in der Öffent­lich­keit beim Thema Migra­tion Angst und Abwehr. Für die Erfolge einer gelun­ge­nen Arbeits­mi­gra­tion gibt es dagegen wenig Auf­merk­sam­keit.

Auf diese inneren Wider­sprü­che der deut­schen Migra­ti­ons­de­batte ver­wie­sen zahl­rei­che Beiträge beim Online-Hearing „Arbeits­mi­gra­tion – Erfolge & Per­spek­ti­ven“, das der KWA in Koope­ra­tion mit der Diakonie Deutsch­land orga­ni­sierte. 100 Fach­leute u.a. aus Sozi­al­ver­bän­den und Migra­ti­ons­be­ra­tun­gen, aus Gewerk­schaf­ten und Wirt­schafts­ver­bän­den, aus Wis­sen­schaft und Kirche sowie nicht zuletzt aus Initia­ti­ven von Migran­tin­nen und Migran­ten dis­ku­tier­ten, wie die Gesell­schaft eine neue, kon­struk­ti­vere Sicht auf Migra­tion gewinnen könnte.

Ein Fazit des KWA: Erfolg­rei­che Arbeits­mi­gra­tion ent­schei­det sich nicht allein daran, wie viele Menschen nach Deutsch­land kommen, sondern auch daran, ob sie hier unter guten Bedin­gun­gen arbeiten und leben können.

„Deutschland braucht Arbeitsmigration. Aber Menschen sind keine Lückenfüller für unseren Arbeitsmarkt. Wer möchte, dass sie hier arbeiten, leben und bleiben, muss faire Arbeitsbedingungen schaffen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Echte Willkommenskultur entscheidet sich im Alltag“, erklärte Mitorganisatorin Beate Schulte, Ausschusssprecherin im KWA und Diakonin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg.

Für den KWA gehört Arbeits­mi­gra­tion deshalb unmit­tel­bar zur Frage nach guter Arbeit: Faire Bezah­lung, ver­läss­li­che Arbeit­neh­mer­rechte, Schutz vor Aus­beu­tung und funk­tio­nie­rende Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­struk­tu­ren sind wesent­li­che Vor­aus­set­zun­gen für gelin­gende Inte­gra­tion.

Eine Ethik des Zutrauens fragt nicht zuerst, was ein Mensch unserem Arbeitsmarkt nützt. Sie fragt, welche Fähigkeiten, Erfahrungen und auch Bedürfnisse Menschen mitbringen – und was wir gemeinsam ermöglichen können“, so Schulte.

Beim Online-Hearing standen der Migra­ti­ons­for­scher Dr. Sekou Keita, die Bran­chen­ko­or­di­na­to­rin im Bera­tungs­netz­werk „Faire Mobi­li­tät“, Anna Szot, der Leiter des Welcome Center Region Hannover, Tornike Murts­khvaladze, der poli­ti­sche Analyst Dr. Özgür Özvatan, die Vor­sit­zende des Münchner Migra­ti­ons­bei­ra­tes, Dimit­rina Lang, und der Migra­ti­ons­experte der Diakonie Deutsch­land, Johannes Brandstä­ter, Rede und Antwort.

Die Ver­an­stal­tung fand im Rahmen des KWA-Projekts „Migra­tion bewegt uns“ statt, das von Mit­ar­bei­te­rIn­nen aus ver­schie­de­nen Lan­des­kir­chen durch­ge­führt wurde.

Über den KWA

Der Evan­ge­li­sche Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA) ist eine Stimme der Evan­ge­li­schen Kirche in Deutsch­land (EKD), die sich im gesell­schafts­po­li­ti­schen Diskurs für gute Arbeit und soziale Gerech­tig­keit einsetzt. Durch Ver­an­stal­tun­gen, Publi­ka­tio­nen und Kam­pa­gnen fördert er den Dialog zwischen Kirche, Wirt­schaft und Arbeits­welt. Der KWA ori­en­tiert sich mit seinem bun­des­wei­ten Netzwerk an einer nach­hal­ti­gen und sozialen Wirt­schafts­ord­nung, die dem Wohl des Menschen dient.

www.kwa-ekd.de
https://migration-bewegt-uns.de/

Ethik des Zutrau­ens

Die Pres­se­mit­tei­lung zum Download.

Kontakt: Angela Haubrich | Öffent­lich­keits­ar­beit im KWA | Tel.: 0511 473877–15 | a.haubrich@kwa-ekd.de