Presseinformation: Kreativ bleiben unter Druck ist nötig und möglich

Füh­rungs­ver­ant­wort­li­che aus Kirche und Diakonie dis­ku­tie­ren über Krea­ti­vi­täts­po­ten­ziale in Druck­si­tua­tion

Kreativ bleiben unter Druck ist ange­sichts der Her­aus­for­de­run­gen in Kirche und Diakonie nötig. Wie das im Führungs- und Lei­tungs­all­tag möglich ist, hat das Sym­po­sium „Kreativ bleiben unter Druck“ gezeigt: Klare Struk­tu­ren und Rol­len­klä­rung, das Schaffen von Frei­räu­men und ein Empower­ment von Mit­ar­bei­ten­den, reflek­tierte Selbst­für­sorge und strin­gente Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung. Dies waren für alle Betei­lig­ten die zen­tra­len Erkennt­nisse des Sym­po­si­ums „Kreativ bleiben unter Druck“, zu dem die Akademie des Ver­si­che­rers im Raum der Kirchen ein­ge­la­den hatte. Koope­ra­ti­ons­part­ner waren der Ev. Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA), die Füh­rungs­aka­de­mie für Kirche und Diakonie (fakd) und die Ev. Alten­hilfe Gesund­brun­nen. Bereits das vierte Mal haben sich Füh­rungs­ver­ant­wort­li­che aus Kirche und Diakonie im Augus­ti­ner­klos­ter Erfurt getrof­fen, um über Her­aus­for­de­run­gen im Berufs­all­tag zu dis­ku­tie­ren.

„Krea­ti­vi­tät ist die Quelle für Inno­va­tio­nen. Und Inno­va­tio­nen werden ange­sichts der Ver­knap­pung von per­so­nel­len und finan­zi­el­len Res­sour­cen dringend benötigt“, so Jochen Gerlach, Geschäfts­füh­rer der Ev. Alten­hilfe Gesund­brun­nen. Wie aber können wir die Orga­ni­sa­tio­nen mit krea­ti­ven Lösungen durch Druck­si­tua­tio­nen führen? Frau Pro­fes­so­rin Heidi Möller von der Uni­ver­si­tät Kassel hat dazu eine klare Haltung. Sie rät Füh­rungs­kräf­ten zu krea­ti­ven Aus­zei­ten und stabilen Team­lö­sun­gen: „Setzen Sie nicht auf Apollo-Teams, sondern schaffen Sie sich ein gesundes Umfeld aus loyalen Team­play­ern, die fachlich und mensch­lich gut zuein­an­der passen, aber dennoch divers sind. Und je kom­ple­xer die Probleme sind, je mehr sollten wir die Methode des Aus­pro­bie­rens und Expe­ri­men­tie­rens anwenden. Dafür ist aber eine Kultur der Feh­ler­freund­lich­keit Grund­vor­aus­set­zung.“ Wie das dann in der Praxis gelingen kann, wurde in Arbeits­grup­pen zu „Design Thinking“ und zu „Agilen Teams“ vertieft.

Teams wiederum brauchen klare Führung und „Führen unter Druck“ ist eine Kunst, die nur wenige Füh­rungs­kräfte beherr­schen, betonte Michael Wefers, Autor des gleich­na­mi­gen Buches. Dafür sind sieben Kom­pe­ten­zen not­wen­dig. Neben einem Ver­ständ­nis für die eigenen Gefühle sind das: mentale Stärke, Ziel­ori­en­tie­rung, und Begeis­te­rung sowie Durch­set­zungs­kraft, Rol­len­ge­schick und Sou­ve­rä­ni­tät. „Nur wer mit mentaler Stärke im Lösungs­mo­dus mutig Neues denkt, wird seine Orga­ni­sa­tion durch Druck­si­tua­tio­nen führen und gestärkt aus einer Krise her­vor­ge­hen“, so Michael Wefers.

Wie Krea­ti­vi­tät entsteht und welche Orga­ni­sa­ti­ons­an­sätze, Werk­zeuge und Rah­men­be­din­gun­gen Krea­ti­vi­täts­pro­zesse sti­mu­lie­ren, wurde von Dr. Jennifer Haase vom Wei­zen­baum-Institut in die Dis­kus­sion ein­ge­bracht. Dabei gilt für jeden krea­ti­ven Lösungs­an­satz, sich zunächst so weit wie möglich vom eigent­li­chen Problem zu ent­fer­nen, um anschlie­ßend aus einer völlig anderen Richtung wieder auf das Ursprungs­pro­blem zurück­zu­kom­men. Nur so gelingt es, alte Muster zu durch­bre­chen, Her­aus­for­de­run­gen neu wahr­zu­neh­men und inno­va­tive Lösungs­an­sätze zu ent­wi­ckeln.

Der Vize­prä­si­dent der Ev. Lan­des­kir­che Han­no­vers, Dr. Ralf Char­bon­nier, hat dies dann auf die spe­zi­fi­schen Probleme von Kirche und Diakonie über­tra­gen. Er betonte, dass das kirch­li­che Handeln am kyber­ne­ti­schen Dreieck von „Auftrag/Verheißung – gesell­schaft­li­cher Kontext – vor­han­dene Res­sour­cen“ zu ori­en­tie­ren sei. Zentrale Aufgabe ist dabei, immer wieder neu zu fragen, „wie das Evan­ge­lium in die ver­än­der­ten Zeiten hin­ein­spre­chen kann, ohne das Evan­ge­lium mit den orga­ni­sier­ten Formen kirch­li­chen Lebens gleich­zu­set­zen.“

Die Teil­neh­men­den schätz­ten die fach­li­chen Dis­kus­sio­nen und den kol­le­gia­len Aus­tausch unter­ein­an­der. Daher werden sich der Ev. Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA), die Füh­rungs­aka­de­mie für Kirche und Diakonie (fakd) und die Ev. Alten­hilfe Gesund­brun­nen gemein­sam mit der Akademie des Ver­si­che­rers im Raum der Kirchen (VRK) über eine Fort­füh­rung des Ver­an­stal­tungs­for­mats ver­stän­di­gen.

Weitere Infor­ma­tio­nen zum zurück­lie­gen­den Sym­po­sium erhalten Inter­es­sierte bei der Akademie des Ver­si­che­rers im Raum der Kirchen, Mail: wolfgang.winkler@vrk.de oder Tel.: 0561 70341–3014 oder unter Kreativ bleiben unter Druck | Die Akademie (vrk-akademie.de)