„Sonntagsöffnungen sind nicht smart!“

Pres­se­mit­tei­lung, 29.2.2024
„Sonntagsöffnungen sind nicht smart!“
Zum Internationalen Tag des freien Sonntags (3. März) wirbt Allianz aus Kirchen und Gewerkschaften für den Sonntagsschutz – auch in Smart Stores

Am 3. März feiern Sonn­tags­schutz­be­we­gun­gen in Deutsch­land und anderen euro­päi­schen Ländern den „Inter­na­tio­na­len Tag des freien Sonntags“ (3. März), Vor genau 1.703 Jahren wurde der arbeits­freie Tag im Römi­schen Reich unter Kaiser Kon­stan­tin erstmals recht­lich geschützt. Und auch heute noch geht es darum, die Sonn­tags­ar­beit auf das gesell­schaft­lich not­wen­dige Minimum zu begren­zen.

Laut der Bun­des­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA) arbeiten 39 Prozent der Beschäf­tig­ten heute regel­mä­ßig am Wochen­ende. 22 Prozent aller Beschäf­tig­ten müssen danach regel­mä­ßig nicht nur samstags, sondern auch sonntags ran – mit signi­fi­kan­ten Belas­tun­gen für die Gesund­heit und die Work-Life-Balance (vgl. BAuA).

„Gerade im Ein­zel­han­del ist der freie Sonntag völlig unver­zicht­bar“, sagte Silke Zimmer, für den Handel zustän­di­ges Vor­stands­mit­glied der Gewerk­schaft ver.di. „Die Ein­zel­han­dels­be­schäf­tig­ten können an bis zu sechs Tagen in der Woche und zum Teil rund um die Uhr im Geschäft ein­ge­setzt werden. Damit ist der freie Sonntag der einzige planbar freie Tag in der Woche, um gemein­same freie Zeit mit der Familie und Freunden zu erleben oder diesen für ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment zu nutzen.“ Ver.di kämpft deshalb seit Jahren in der Sonn­tags­al­li­anz erfolg­reich gegen rechts­wid­rige Sonn­tags­öff­nun­gen von Ver­kaufs­stel­len und Geschäf­ten an.

Eine Her­aus­for­de­rung für den Sonn­tags­schutz im Handel sind die neuen Smart Stores mit auto­ma­ti­sier­ter Kasse, wie „teo“, „Tante M“ oder „Rewe Nahkauf Box“, die vie­ler­orts sonntags auf­ma­chen. „Sonn­tags­öff­nun­gen sind nicht smart“, sagte dazu Gudrun Nolte, Vor­sit­zende des Ev. Ver­ban­des Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt. „Der Sonn­tags­schutz gilt auch für diese Läden, das hat der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof kürzlich klar­ge­stellt.“ Anders als oft behaup­tet seien die digi­ta­len Super­märkte auch nicht wirklich per­so­nal­los, da werde auch sonntags Ware ein­ge­räumt, gerei­nigt und nach dem Rechten gesehen. „Smart Stores sind gut für die Nah­ver­sor­gung – aber dafür reichen sechs Werktage allemal.“

In diesem Jahr fällt der 3. März selbst auf einen Sonntag. „Das ist eine gute Gele­gen­heit für Pfarr- und Kir­chen­ge­mein­den in ganz Deutsch­land, auch im Got­tes­dienst an den Wert der Sonn­tags­ruhe zu erinnern!“, ermun­terte Stefan Eirich, Bun­des­prä­ses der Katho­li­sche Arbeit­neh­mer-Bewegung (KAB). „Unsere Pre­dig­t­ent­würfe, öku­me­ni­sche Got­tes­dienst­ma­te­ria­lien und Poster für Kir­chen­schau­käs­ten zum Thema freier Sonntag können Inter­es­sierte auf der Website der Sonn­tags­al­li­anz kos­ten­los her­un­ter­la­den!“

Kontakte:

Lennart Alexy, ver.di-Bundesverwaltung, Lennart.Alexy@verdi.de, 030 6956 2756

Gudrun Nolte, Ev. Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt, G.Nolte@kwa-ekd.de, 0511 473877 0

Stefan Eirich, Katho­li­sche Arbeit­neh­mer-Bewegung, Stefan.Eirich@kab.de, 0221 7722 138

Infos und Mate­ria­lien: sonntagsallianz.de und facebook.com/machtsonntagsfrei/