Halbzeit-Andacht: Arbeitswirklichkeit: Götzendienst oder Gottesdienst?

Halbzeit! Die Mittwochsandacht.

Die Hälfte ist geschafft! Mittwoch um zwölf Uhr ist der halbe Mittwoch vorbei, die Hälfte der klas­si­schen Montag-bis-Freitag-Woche und auch die Hälfte der Woche, die nach christ­li­chem Ver­ständ­nis mit dem Sonntag beginnt, liegt hinter einem. Von manchen wird dieser Moment als „Hump-day“ oder „Bergfest“ bezeich­net.

Wer die Hälfte hinter sich hat, hat schon viel erlebt und geschafft – Schönes und Trau­ri­ges, Aben­teu­er­li­ches und Lang­wei­li­ges, Ver­wun­der­li­ches oder Begeis­tern­des. Wer die Hälfte noch vor sich hat, kann sich noch auf Vieles freuen und so Manches meistern.

Die „Halbzeit“ ist also ein guter Moment, um kurz inne­zu­hal­ten und sich eine gedank­li­che Pause zu gönnen. Mit kurzen Texten und Bildern lädt der KDA-Bayern jeden Mittwoch zu einer kurzen Mitt­woch­s­an­dacht ein. Gönnen Sie sich diese kurze Halbzeit-Pause!

Diese Woche:

Arbeitswirklichkeit: Götzendienst oder Gottesdienst?

Diese Halb­zeit­an­dacht bezieht sich auf das 5. Buch Mose Kapitel 4 Vers 28–31:

„Dort werdet ihr Göttern dienen, die das Werk von Men­schen­hän­den sind, Holz und Stein, die weder sehen noch hören noch essen noch riechen können. Ihr werdet dort den HERRN, deinen Gott, suchen, und du wirst ihn finden, so du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst. Wenn du geängs­tet sein wirst und dich das alles treffen wird in künf­ti­gen Zeiten, so wirst du dich bekehren zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehor­chen. Denn der HERR, dein Gott, ist ein barm­her­zi­ger Gott; er wird dich nicht ver­las­sen noch ver­der­ben, wird auch den Bund nicht ver­ges­sen, den er deinen Vätern geschwo­ren hat.“

Über­tra­gen auf die heutige Arbeits­welt könnten die von Menschen geschaf­fe­nen Götter unter­schied­li­che Her­aus­for­de­run­gen oder falsche Prio­ri­tä­ten dar­stel­len. Es kann die Fixie­rung auf mate­ri­el­len Wohl­stand und Konsum sein, die den eigent­li­chen Sinn und die Würde der Arbeit verdeckt. Oder es ist das Streben nach Ruhm, Prestige und Aner­ken­nung, das zum Haupt­mo­tiv für die Arbeit wird, letzt­lich aber eine Art Göt­zen­dienst dar­stellt. Es kann ein unge­sun­der Wett­be­werb sein, der zu ego­is­ti­schem Ver­hal­ten führt und den Blick auf das Wohl der anderen ver­stellt. Ebenso die Gier nach Macht und Kon­trolle, die über das ver­nünf­tige Maß hin­aus­geht und die Grund­la­gen guter Arbeit unter­gräbt. Auch die über­mä­ßige Hingabe an die Arbeit selbst, die zur Ver­nach­läs­si­gung von Familie, Gesund­heit und anderen wich­ti­gen Aspekten des Lebens führt, könnte als eine Art Göt­zen­dienst betrach­tet werden.

Es kann vieles sein. Oft sind wir Ver­su­chun­gen aus­ge­setzt. Diese erhei­schen unsere Hingabe und Auf­merk­sam­keit und lenken uns von der wahren Bedeu­tung unserer Arbeit ab. In der Hektik unseres Berufs­all­tags ver­ges­sen wir manchmal, dass unsere Arbeit nicht nur ein Mittel ist, um unseren Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen, Gewinn zu erwirt­schaf­ten oder Ruhm und Macht zu erlangen. Sie kann vielmehr auch eine Ent­de­ckungs­reise sein. Inmitten der Anfor­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen, denen wir begegnen, können und sollen wir unseren Gott suchen. Und wir werden ihn finden, das ver­si­chert uns diese Stelle. Wir müssen ihn nur von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen.

An jedem geschäf­ti­gen Tag, in jedem Projekt und jeder Aufgabe können wir eine tiefere Bedeu­tung suchen. Unsere Arbeit kann zu einem Raum der Begeg­nung mit dem Gött­li­chen werden. Wir müssen uns ledig­lich von den falschen Prio­ri­tä­ten abwenden.

Die Verse ver­si­chern uns, dass unser Gott barm­her­zig ist. Das kann uns ermu­ti­gen, selbst barm­her­zig mit unseren Kollegen zu sein, Ver­ständ­nis zu zeigen und uns für eine positive Arbeits­um­ge­bung ein­zu­set­zen. Unser Arbeits­platz kann ein Ort der Mit­mensch­lich­keit und Fürsorge sein.

wei­ter­le­sen…

ein Beitrag von Thomas Krämer, kda Bayern

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Beitragsbild: CanvaPro_kwa