WORTMELDUNG SEPTEMBER

Auf Konfi-Freizeit im Handwerk

Es war eine Idee des Hand­werks. Die Vize­prä­si­den­tin der Hand­werks­kam­mer Braunschweig-Lüneburg-Stade hat sie ein­ge­bracht: „Wie wäre es, Konfi-Frei­zei­ten in einem Tech­no­lo­gie­zen­trum unserer Hand­werks­kam­mer durchzuführen?“ Die Kon­fir­man­din­nen und Kon­fir­man­den hätten die Mög­lich­keit, etwas mit ihren Händen zu tun. Neben theo­re­ti­schen Ein­hei­ten könnten sie prak­tisch arbeiten.

Aus der Idee wurde ein Projekt. Eine Arbeits­gruppe hat in mehreren Treffen von der Ver­pfle­gung bis zu den Sicher­heits­schu­hen, von der zeit­li­chen Struktur bis zum Werkstück alles beraten. Zwei Kir­chen­ge­mein­den aus Hannover haben ihr Inter­esse an diesem Expe­ri­ment bekundet und sind mit in die Vor­be­rei­tung ein­ge­stie­gen.

Im April dieses Jahres war es so weit. An zwei Wochen­en­den haben sich Konfi-Gruppen auf den Weg nach Lüneburg gemacht. Vom Bahnhof sind sie den kurzen Fußweg zum Tech­no­lo­gie­zen­trum der Hand­werks­kam­mer (TZH) gegangen.

Ein weit­läu­fi­ges Gelände mit Werk­statt­zen­tren und Unter­richts­räu­men, einer Mensa, Frei­zeit­ein­rich­tun­gen und einem Inter­net­café. An mehreren hundert Arbeits­plät­zen werden unter der Woche Kfz-Mecha­tro­ni­ke­rin­nen und Zimmerer, Metall­bauer und Elek­tro­ni­ke­rin­nen, Male­rin­nen und Frisöre aus- und wei­ter­ge­bil­det.

Im Gäs­te­haus des TZH bezogen die Kon­fir­man­din­nen und Kon­fir­man­den ihre Zwei-Bett-Zimmer. Ihre Kom­men­tare ließen nicht lange auf sich warten: „Ein ganzes Haus für uns!“ „Die Zimmer sind klasse.“ „Im Foyer steht eine Tisch­ten­nis­platte.“

Ein gemein­sa­mes Ankommen, dann ging’s an die Arbeit in der Tischler-Werk­statt. Unter der Anlei­tung von Lehr­werk­meis­tern haben die Jugend­li­chen den Umgang mit Sägen, Feilen und Bohrern geübt. In zwei Ein­hei­ten zu je drei Stunden hat jede und jeder ein Kreuz aus Holz gefer­tigt. Das war anstren­gend. Einige Konfis sind an ihre Grenzen gekommen und haben den Mut verloren. Aber alle haben es geschafft.

„Die Lehrwerkmeister haben in einer guten Balance Verständnis für Müdigkeit gezeigt und gleichzeitig motiviert,“ so eine der verantwortlichen Begleitpersonen.

„Sie haben toll angeleitet!“ Am Ende waren alle stolz auf das Erreichte. Alle haben sich gefreut. „Während der Arbeit hat sich die Gruppendynamik verändert. Die Gruppe ist sehr zusammengewachsen.“

Im Vor­stel­lungs­got­tes­dienst wenige Wochen später konnten die Kon­fir­man­din­nen und Kon­fir­man­den ihre selbst­ge­bau­ten Kreuze prä­sen­tie­ren. Sie haben die Arbeits­schritte beschrie­ben und sich erinnert, wie genau sie arbeiten mussten, damit die ein­zel­nen Teile zusam­men­pass­ten. Ihre eigenen Kreuze haben sie in Bezie­hung gesetzt zur bibli­schen Über­lie­fe­rung vom Kreuz. An die Got­tes­dienst­be­su­cher rich­te­ten sie die Frage: „Welche Hoffnung ver­bin­den Sie mit dem Kreuz?“ Eine Got­tes­dienst­be­su­che­rin ant­wor­tete: „Ich hoffe, dass sich in meinem Leben alles so zusammenfügt wie bei euren Kreuzen.“

Bei Inter­esse an diesem Projekt nehmen Sie bitte Kontakt auf zu Hille de Maeyer, Refe­ren­tin für Kirche und Handwerk, Pastorin: hille.demaeyer@evlka.de

Die Wort­mel­dung als PDF-Dokument. Eine monat­li­che Ver­öf­fent­li­chung der Lan­des­kir­che Han­no­vers, Team Arbeit & Wirt­schaft.