Halbzeit-Andacht: Fluch und Segen

Halbzeit! Die Mittwochsandacht.

Die Hälfte ist geschafft! Mittwoch um zwölf Uhr ist der halbe Mittwoch vorbei, die Hälfte der klas­si­schen Montag-bis-Freitag-Woche und auch die Hälfte der Woche, die nach christ­li­chem Ver­ständ­nis mit dem Sonntag beginnt, liegt hinter einem. Von manchen wird dieser Moment als „Hump-day“ oder „Bergfest“ bezeich­net.

Wer die Hälfte hinter sich hat, hat schon viel erlebt und geschafft – Schönes und Trau­ri­ges, Aben­teu­er­li­ches und Lang­wei­li­ges, Ver­wun­der­li­ches oder Begeis­tern­des. Wer die Hälfte noch vor sich hat, kann sich noch auf Vieles freuen und so Manches meistern.

Die „Halbzeit“ ist also ein guter Moment, um kurz inne­zu­hal­ten und sich eine gedank­li­che Pause zu gönnen. Mit kurzen Texten und Bildern lädt der KDA-Bayern jeden Mittwoch zu einer kurzen Mitt­woch­s­an­dacht ein. Gönnen Sie sich diese kurze Halbzeit-Pause!

Diese Woche:

Fluch und Segen…

Vor 20 Jahren, im Jahre 2004, war Mark Zucker­berg angetan von der Idee, die gesamte Welt zu ver­net­zen. Er ent­wi­ckelte zusammen mit drei Freunden in seiner Stu­den­ten­bude an der Harvard Uni­ver­si­tät die Seite „facebook.com“. Dieses soziale Netzwerk erfreute sich schnell zuneh­men­der Beliebt­heit. Inzwi­schen ist es das am meisten genutzte Soziale Netzwerk der Welt. Mit Hilfe von Social Media ist die Welt enger zusam­men­ge­rückt. Ein Aus­tausch über Krank­hei­ten, Hobbys, Projekte ist dadurch leichter geworden.

In der Arbeits­welt haben sich Facebook und ver­gleich­bare Platt­for­men z.B. im Bewer­bungs­ver­fah­ren als Infor­ma­ti­ons­grund­lage für Per­so­nal­ent­schei­dun­gen eta­bliert. Man wird durch sein Profil auf sozialen Medien letzt­end­lich zur öffent­li­chen Person.

Bei Facebook gab es zwei Inno­va­tio­nen:

  1. 2006 wurde Newsfeed ein­ge­führt. Seitdem sagen Algo­rith­men voraus, welche Inhalte man am inter­es­san­tes­ten findet. Damit ver­bun­den ist ein Struk­tur­wan­del der Öffent­lich­keit. Früher wurde die öffent­li­che Meinung geprägt durch aner­kannte Medien und ver­ant­wort­li­che Poli­ti­ker. Jetzt ent­ste­hen Infor­ma­ti­ons­fil­ter­bla­sen und führen zur Iso­la­tion von Mei­nun­gen und so zu Pole­mi­sie­rung. Unter­schied­li­che, ver­schie­dene Ansich­ten werden in Gesprä­chen und Dis­kus­sio­nen nicht mehr aus­ge­tauscht. Ein Mei­nungs­aus­tausch ist aber wesent­lich und wichtig für eine funk­tio­nie­rende Demo­kra­tie. So führen manche Poli­ti­ker ihre Wahl­kämpfe lieber über soziale Netz­werke, als sich den unan­ge­neh­men Fragen von poli­ti­schen Gegnern und Jour­na­lis­ten zu stellen.
  2. 2009 wurde von Facebook der „Gefällt mir“-Button ein­ge­führt. Damit ging die Sucht nach „Likes“ los, die Sucht nach Auf­merk­sam­keit und Sicht­bar­keit. Heute will jeder ori­gi­nell, beson­ders sein, keiner mehr dem anderen gleichen. Das zieht fatale Folgen nach sich. „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Jeder ist für sich selbst ver­ant­wort­lich. Das sorgt für einige Gewinner, aber wer nicht mit­hal­ten kann, gehört zu den zahl­rei­chen Ver­lie­rern unserer Leis­tungs­ge­sell­schaft.

Gott jedoch zählt anders. Bei ihm zählt nicht, was für ein toller Mensch ich bin. Bei Gott zählen nicht Ansehen, Reichtum, Kinder oder Erfolg im Beruf, sondern
allein der Glaube an ihn:

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23,1)

wei­ter­le­sen…

Ein Beitrag von: Pfarrer Reinhold König und Klaus Hubert, Bun­des­ver­band Evan­ge­li­scher Arbeit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen e.V. (BVEA), Akti­ons­ge­mein­schaft für Arbeit­neh­mer­fra­gen (afa)

Weitere Andach­ten lesen? Hier geht´s lang…https://kda-bayern.de/mensch-und-arbeit/halbzeit/

Beitragsbild: CanvaPro_kwa