Wortmeldung Oktober 2024: Gott sei Dank!

Gott sei Dank!

Die Dorf­ju­gend hat mich zum Binden der Ern­te­krone ein­ge­la­den. Wir treffen uns in einer Scheune. Mitten im Raum hängt das Gestell für die Ern­te­krone, eine Metall­kon­struk­tion mit vier Streben, die in einem Ring zusam­men­lau­fen. Auf den Tischen rund um die Ern­te­krone liegt das Getreide bereit: Gerste, Hafer, Roggen und Weizen.

Dann geht es an die Arbeit. Einige von uns fassen das Getreide in kleine hand­li­che Bündel zusammen, schnei­den es auf Länge und reichen es an. Andere binden die fertigen Bündel mit Draht um das Metall­ge­stell, jede Strebe mit einer anderen Getrei­de­art. Beim Binden kommen wir mit­ein­an­der ins Gespräch. Wie ist die Ernte gelaufen? Welche Her­aus­for­de­run­gen gab es über das Jahr auf den Höfen? Wie geht es den Familien? Was wünschen wir uns für das kommende Jahr? Beim Erzählen binden wir unsere Gedanken in die Ern­te­krone hinein. Die vier Streben stehen als Zeichen für Dank, Hoffnung, Sorge und Glaube.

Land­wir­tin­nen und Land­wirte sind dankbar. Die Ernte sichert das Ein­kom­men der Familie. Die tägliche Arbeit auf dem Feld und im Stall hat sich aus­ge­zahlt. Den Tieren geht es gut. Mit großem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und viel Lei­den­schaft haben sich die Familien auf den Höfen enga­giert. Die land­wirt­schaft­li­chen Erzeug­nisse dienen als Grund­lage für qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Lebens­mit­tel.

Land­wir­tin­nen und Land­wirte hoffen auf ein weiteres ertrag­rei­ches Jahr. Sie sind zuver­sicht­lich, die anste­hen­den Her­aus­for­de­run­gen zu meistern. Dabei wissen sie, dass Schwie­rig­kei­ten auf sie zukommen können. Mit Sorge nehmen sie die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels wahr. Dürre und Stark­re­gen können die Ernte gefähr­den. Schwan­kende Erzeu­ger­preise stellen Land­wir­tin­nen und Land­wirte vor die Aufgabe, flexibel auf diese zu reagie­ren und sich betriebs­wirt­schaft­lich anzu­pas­sen.

Land­wir­tin­nen und Land­wirte ver­trauen darauf, dass sich alles fügt. Sie bestel­len und pflegen ihre Felder, es geht durch ihre Hände, kommt aber her von Gott. Es ist und bleibt ein Wunder, dass aus einem Saatkorn eine Pflanze wächst. Dank, Hoffnung, Sorge und Glaube, die vier Streben kommen im Ring der Ern­te­krone zusammen. Zum Schluss wird der Ring mit Getreide umbunden. Der Ring sym­bo­li­siert die Ewigkeit.

In der Bibel steht: „In das Herz des Menschen hat Gott den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist. Doch der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begrei­fen.“ Prediger 3,11

Zum Ern­te­dank­fest hängt die Ern­te­krone in der Kirche. Schön ist sie geworden! Ich nehme den Geruch von tro­cke­nem Getreide wahr, komme zur Ruhe und bin in Gedanken bei mir und bei Gott.

Ein Beitrag von Henrike Knop, Refe­ren­tin für Land­wirt­schaft, Service Agentur Arbeit und Wirt­schaft der Lan­des­kir­che Han­no­vers, Henrike.lochte@evlka.de

Die Wort­mel­dung als PDF-Dokument Eine monat­li­che Ver­öf­fent­li­chung der Lan­des­kir­che Han­no­vers, Team Arbeit & Wirt­schaft.