afa KURIER – Mai bis August 2026

Der afa-KURIER ist die Infor­ma­ti­ons­platt­form der Akti­ons­ge­mein­schaft für Arbeit­neh­mer­fra­gen (afa) der Evang.-Luth. Kirche Bayern. Er erscheint 3 x im Jahr und wird auf Anfrage kos­ten­los online oder gedruckt ver­schickt. Her­aus­ge­ber ist der Kirch­li­che Dienst in der Arbeits­welt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern (kda).

Inhalt:

Seminarbericht: Wie Arbeitszeit Frauen-Leben prägt

Jubiläum: 20 Jahre Bauwagenkirche

Aufruf: Ev. Luth. Organisationen zum 1. Mai 2026

 


Eine Lese­probe aus dem afa KURIER:

20 Jahre afa/kda BAUWAGENKIRCHE

Seit 20 Jahren ist die Bau­wa­gen­kir­che für den kda Bayern im Einsatz. Über 50-mal war die fahrbare Kapelle vor Ort bei Betriebs­kri­sen, Kir­chen­ta­gen oder beim Demo-Zug am 1. Mai. Ent­stan­den in der Region Ober­fran­ken in schwie­ri­gen Zeiten, als in der Por­zel­lan- und Tex­til­in­dus­trie tausende Arbeits­plätze verloren gingen, hat sie „den Menschen das Herz geöffnet und einen Platz für ihre Wut und Trauer geschaf­fen“, so Diakon Klaus Hubert. Der Arbeits­seel­sor­ger und afa-Geschäftsführer hat die meisten Einsätze orga­ni­siert und durchgeführt. Unsere Kollegin Hanna Kal­ten­häu­ser hat ihn unter dem Titel „Unter­wegs mit der schnells­ten Kirche Deutsch­lands“ inter­viewt.

Lieber Klaus, die Bau­wa­gen­kir­che ist seit 20 Jahren im Einsatz. Wie ist diese beson­dere Kirche ent­stan­den?

Die Bau­wa­gen­kir­che ist in den Jahren 2005 /06 ent­stan­den und hat zwei Wurzeln: Zum einen ist sie ein kirch­li­ches Projekt aus dem Gedanken einer „Kirche vor Ort“. Dieser Prozess in der baye­ri­schen Lan­des­kir­che hat gefragt: Wie wirkt die Kirche von der Basis her für die Kommunen und für die Menschen vor Ort, zum Beispiel in der Arbeits­welt?

Zum anderen hat diese Kirche auf Rädern ihren Ursprung in der Wirt­schaft- und Indus­trie­ge­schichte der Region Ober­fran­ken. Sie ist zu einer Zeit ent­stan­den als Por­zel­lan-und Tex­til­in­dus­trie dort massiv weg­ge­bro­chen sind. Tausende Arbeits­plätze gingen damals verloren. Menschen haben sich dort überlegt: „Was hat uns geholfen, diese Krise zu bewäl­ti­gen, damit klar zu kommen, nach 20, 30 oder 40 Jahren den Arbeits­platz zu ver­lie­ren?“

Sie haben einen Ort der Soli­da­ri­tät gesucht, wo sie sich aus­tau­schen können, wo ihre Wut und Trauer einen Platz hat. 

Im Umfeld von Kir­chen­ge­mein­den, der Akti­ons­ge­mein­schaft für Arbeit­neh­mer­fra­gen (afa) und dem kda vor Ort ist diese Bau­wa­gen­kir­che ent­stan­den. In der Werk­statt des Kom­mu­na­len Bau­hof­lei­ters von Wal­ders­hof und dama­li­gen afa Lan­des­vor­sit­zen­den Karl­heinz Seidel wurde während über 1000 ehren­amt­li­cher Arbeits­stun­den der Bauwagen umgebaut und gestal­tet. Es haben auch Menschen mit­ge­wirkt, die ihren Arbeits­platz verloren haben und sie haben einen neuen Platz geschaf­fen, eine Arche, einen geschützten Raum.

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