Die Rentendebatte darf nicht erst beim Renteneintritt beginnen

Statement des KWA zur Vorlage der Empfehlungen der Rentenkommission

Hannover, 23. Juni 2026

Die Rentendebatte darf nicht erst beim Renteneintritt beginnen

Die Ren­ten­kom­mis­sion hat 33 Reform­vor­schläge erar­bei­tet, die laut Bun­des­re­gie­rung jetzt als Gesamt­pa­ket umge­setzt werden sollen. Ein großes Vorhaben, das jetzt nicht zer­pflückt werden darf. Die Vor­schläge sind auf­ein­an­der abge­stimmt.

Wesent­li­che Punkte:
Kapi­tal­ge­deckte Alters­si­che­rung, mehr Ein­zah­ler für die Ren­ten­kasse, Alters­teil­zeit erst später, vor­zei­tig in Rente erst ab 64, Abschaf­fung der „Rente mit 63“, später in den Ruhe­stand.

Bei allen Rege­lun­gen, die von staat­li­cher Seite für ein gutes Leben im Alter sorgen, ist die eigent­li­che Frage nicht: ob Menschen länger arbeiten sollen, sondern ob wir Arbeit so gestal­ten, dass sie länger geleis­tet werden kann. Die Belas­tun­gen für die Menschen sind in „Blue-Collar-“ oder „White-Collar-Berufen“ sehr unter­schied­lich.

Die Emp­feh­lun­gen der Ren­ten­kom­mis­sion zeigen: Die Zukunft der Alters­si­che­rung ent­schei­det sich nicht erst beim Ren­ten­ein­tritt. Sie ent­schei­det sich bereits im Erwerbs­le­ben. Wer längere Lebens­ar­beits­zei­ten erwartet, muss dafür sorgen, dass Menschen gesund, qua­li­fi­ziert und unter guten Bedin­gun­gen arbeiten können.

Dabei dürfen Sor­ge­ar­beit, Pflege von Ange­hö­ri­gen und ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment nicht aus dem Blick geraten. Sie sind unver­zicht­bare Beiträge zum gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt und müssen auch in der Alters­si­che­rung ange­mes­sen berück­sich­tigt werden.

Eine zukunfts­fä­hige Ren­ten­po­li­tik ver­bin­det wirt­schaft­li­che Vernunft mit sozialer Gerech­tig­keit und achtet die Würde des Menschen in allen Lebens­pha­sen.

Gudrun Nolte, Vor­sit­zende des Evan­ge­li­schen Ver­ban­des Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA)