Wortmeldung Juni 2026: Schöpfung bewahren – Energiewende gestalten

Seit gut einem Jahr habe ich eine PV-Anlage auf dem Dach und ein Elek­tro­auto vor der Tür. Ja, die Inves­ti­tio­nen waren hoch. Aber je ange­spann­ter die Lage an den Zapf­säu­len ist, desto schnel­ler rela­ti­vie­ren sich diese Kosten. Aus­schlag­ge­bend war für mich jedoch etwas anderes: Ich wollte mit meinem eigenen Strom emis­si­ons­frei unter­wegs sein – und damit schon heute in der Zukunft ankommen.

Vorteile Erneu­er­ba­rer Energien
Sie machen uns unab­hän­gi­ger von Ener­gie­im­por­ten und geo­po­li­ti­schen Krisen. Wer weniger Öl, Gas und Kohle ein­kau­fen muss, ist weniger erpress­bar und gewinnt an Sou­ve­rä­ni­tät. Gleich­zei­tig sind erneu­er­bare Energien ein zen­tra­ler Schlüssel für den Kli­ma­schutz. Sie ver­ur­sa­chen im Betrieb kaum CO₂ und sind unver­zicht­bar, wenn wir unsere Kli­ma­ziele noch ernst nehmen wollen.

Wirt­schaft­li­che Chancen
Der Ausbau erneu­er­ba­rer Energien schafft Arbeits­plätze – im Handwerk, in der Indus­trie und im Dienst­leis­tungs­be­reich. Und sie sorgen lang­fris­tig für sta­bi­lere Ener­gie­preise, weil Sonne und Wind keine Rech­nun­gen schicken. Hinzu kommen Vorteile für regio­nale Wert­schöp­fungs­struk­tu­ren. Inves­ti­tio­nen in erneu­er­bare Energien kommen direkt vor Ort an: durch Aufträge für das Handwerk, durch Ein­nah­men für Kommunen und durch Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten für Bürgerinnen und Bürger.

Gelin­gens­be­din­gun­gen

Aus meiner Sicht brauchen wir keine Renais­sance fossiler Ener­gie­trä­ger, sondern deutlich bessere Gelin­gens­be­din­gun­gen für erneu­er­bare Energien:

Netz­aus­bau prio­ri­sie­ren: Wir brauchen leis­tungs­fä­hige Netze, damit der Strom ankommt, wo er gebraucht wird.

Betei­li­gung orga­ni­sie­ren: Wer vor Ort betrof­fen ist, muss auch pro­fi­tie­ren. Ver­bind­li­che Betei­li­gungs­mo­delle für Kommunen und Bürger schaffen Ver­trauen und Zustim­mung.

Flächen bereit­stel­len: Die Politik muss aus­rei­chend Flächen für Wind und Solar aus­wei­sen.

Pla­nungs­ver­fah­ren beschleu­ni­gen: Erneu­er­bare Energien brauchen schlanke Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren.

• Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit schaffen: Ein refor­mier­tes Strom­markt­de­sign und klare Aus­bau­ziele sind nötig, damit Unter­neh­men und Bürger lang­fris­tig inves­tie­ren.

Fach­kräf­te­of­fen­sive starten: Ohne Handwerk keine Ener­gie­wende. Aus­bil­dung, Qua­li­fi­zie­rung und Zuwan­de­rung müssen gezielt gestärkt werden.

Speicher ausbauen: Die Politik muss den Ausbau von Spei­chern und intel­li­gen­ten Netzen beschleu­ni­gen, damit erneu­er­bare Energien ver­läss­lich verfügbar sind.

Die Ener­gie­wende ist kein Selbst­läu­fer. Sie ist ein Kraftakt für Wirt­schaft, Politik und Gesell­schaft. Aber sie ist für mich lohnend: für eine Wirt­schaft, die den Menschen dient, für stabile Lebens­ver­hält­nisse und für die Bewah­rung der Schöp­fung. Der Kir­chen­kreis Hannover macht es vor, wie es mit kon­se­quen­ten Kli­ma­schutz und mit dem Ausbau von PV geht: https://www.kirche-hannover.de/themen/klimaschutz

Die Wort­mel­dung als PDF zum Download.

Dr. Axel Braßler, Referent Evan­ge­li­sche Agentur Arbeit und Wirt­schaft der Evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Lan­des­kir­che Han­no­vers, axel.brassler@evlka.de