Kirche und Handwerk: Fokus auf Integration und Bestattungskultur

Migra­tion und Inte­gra­tion sowie neue Formen in der Bestat­tungs­kul­tur standen im Mit­tel­punkt der dies­jäh­ri­gen Sitzung des Zen­tra­len Bespre­chungs­krei­ses Kirche-Handwerk. Zu der Tagung des seit fast sechs Jahr­zehn­ten bestehen­den Gremiums kamen am 20./21. Januar in Hamburg wieder Ver­tre­ter der evan­ge­li­schen und katho­li­schen Kirche sowie des Hand­werks zusammen. 

Hamburg/Berlin, 21. Januar 2025 – In der Han­se­stadt Hamburg haben sich die Mit­glie­der des Zen­tra­len Bespre­chungs­krei­ses Kirche und Handwerk auch in diesem Jahr wieder über aktuelle wirt­schafts- und gesell­schafts­po­li­ti­sche Themen aus­ge­tauscht. Gast­ge­ber Hjalmar Stemmann, Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer Hamburg, hieß die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer in den Räumen der Kammer will­kom­men. 

Die vor­ge­zo­gene Bun­des­tags­wahl bot nicht nur Anlass, sich über die drän­gen­den Her­aus­for­de­run­gen der künf­ti­gen Bun­des­re­gie­rung aus­zu­tau­schen. Kritisch setzte sich der Kreis auch mit der poli­ti­schen Debat­ten­kul­tur, Demo­kra­tie­ver­dros­sen­heit und aktu­el­len Ent­wick­lun­gen des deut­schen Par­tei­en­sys­tems aus­ein­an­der. 

Ein Höhe­punkt des ersten Tages war das Gespräch mit Erz­bi­schof Dr. Stefan Heße, Vor­sit­zen­der der Migra­ti­ons­kom­mis­sion der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz. Im Mit­tel­punkt stand die Inte­gra­tion von Geflüch­te­ten in den Arbeits­markt. „Debatten zu Migra­tion und Flucht werden in Deutsch­land leider ver­stärkt mit popu­lis­ti­schem Unterton geführt. Über­se­hen werden dabei viel zu oft all jene Menschen, die in unserer Gesell­schaft gut inte­griert sind. So ist etwa ein Großteil der 2015 nach Deutsch­land geflüch­te­ten Syrer erfolg­reich auf dem deut­schen Arbeits­markt ange­kom­men, viele von ihnen sind in Eng­pass­be­ru­fen tätig und werden als Fach­kräfte dringend gebraucht. Und auch die Erwerbs-täti­gen­quote ukrai­ni­scher Geflüch­te­ter hat deutlich zuge­nom­men. Eine nach­hal­tige Arbeits­markt­in­te­gra­tion von Geflüch­te­ten braucht Zeit und Unter­stüt­zung. Grund­le­gend sind dabei bei­spiels­weise passende Sprach­kurse, erwei­terte Kin­der­be­treu­ungs­an­ge­bote und ver­bes­serte Ver­fah­ren zur Aner­ken­nung aus­län­di­scher Qua­li­fi­ka­tio­nen. Darüber hinaus bedarf es auch einer grund­sätz­li­chen Haltung der Wert­schät­zung, die wir neu ankom­men­den Menschen ent­ge­gen­brin­gen“, betonte Erz­bi­schof Dr. Heße. 

Karl-Sebas­tian Schulte, Geschäfts­füh­rer des Zen­tral­ver­ban­des des Deut­schen Hand­werks (ZDH) und Vor­sit­zen­der des Bespre­chungs­krei­ses, wies auf die her­aus­ra­gende Bedeu­tung des Hand­werks bei der Arbeits­markt­in­te­gra­tion Geflüch­te­ter hin: „Das Handwerk nimmt aus Über­zeu­gung diese Schlüs­sel­rolle ein. Nahezu die Hälfte aller Geflüch­te­ten, die hier­zu­lande eine beruf­li­che Aus­bil­dung machen, tun dies im Handwerk. Als künftige Fach­kräfte leisten sie einen wich­ti­gen Beitrag zur Umset­zung drin­gen­der gesell­schaft­li­cher Aufgaben in Deutsch­land, etwa bei der Ener­gie­wende, dem Woh­nungs­bau oder der Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung.“ Bei den Aus­zu­bil­den­den ohne deut­schen Pass stellen Syrer die größte Gruppe dar. Schulte betonte, dass enga-gierte Betriebe und gut inte­grierte Beschäf­tigte von der Politik Blei­be­per­spek­ti­ven statt Popu­lis­mus erwar­te­ten. 

Am zweiten Tag führte das Programm die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer auf den Ohls­dor­fer Friedhof, den mit 202.000 Grab­stät­ten größten Park­fried­hof der Welt. The-matisch stand hier die ver­än­derte Trauer- und Bestat­tungs­kul­tur im Fokus. 

„Immer mehr Menschen sterben allein, und die Vielfalt der Bestat­tungs­for­men nimmt zu. Als Kirche müssen wir uns fragen, wie wir den Friedhof als Ort der Begeg­nung und des Geden­kens bewahren und gleich­zei­tig auf gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen reagie­ren können“, erklärte Thomas Adomeit, Bischof der evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Kirche aus Olden­burg.

wei­ter­le­sen..

Von unserem Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA) waren eben­falls folgende Vertreter:innen anwesend: Kerstin Albers-Joram, Renate Fallbrüg, Thomas Queck, Heidi Kluth, Dieter Vier­l­beck und Dr. Axel Braßler.

 

Her­aus­ge­ber: 

Zen­tral­ver­band des Deut­schen Hand­werks e.V. 

Haus des Deut­schen Hand­werks 

Moh­ren­straße 20/21 · 10117 Berlin 

Postfach 110472 · 10834 Berlin