Veranstaltungsbericht: EKD-Nachhaltigkeitsforum 2025

Unter dem Motto „Nach­hal­tig Wirt­schaf­ten – wir schaffen das, wenn…“ trafen sich am 03./04. April in Berlin, in den Räumen der Diakonie Deutsch­land, rund 100 Teil­neh­mende zum EKD-Nach­hal­tig­keits­fo­rum.

„Lassen Sie uns das Wenn in ein Jetzt ver­wan­deln“, appel­lierte Diakonie-Vor­stän­din Elke Ron­ne­ber­ger gleich zu Beginn in ihrem Grußwort an die Anwe­sen­den. Die Welt habe sich in Zeiten des erstar­ken­den Rechts­po­pu­lis­mus stark gewan­delt, dem müsse man enga­gier­ten ent­ge­gen­tre­ten. Diesen Faden nahm Johannes Zieseniß dankbar auf. Der wis­sen­schaft­li­che Referent und Pro­jekt­lei­ter „Wert­vol­les Unter­neh­mer­tum“ von Mission Wertvoll, der kurz­fris­tig für seine Chefin Prof. Dr. Maja Göpel ein­ge­sprun­gen war, sprach von „neuen Rea­li­tä­ten“ und dass das alte Ver­spre­chen, wonach es den eigenen Kindern besser gehen sollte, ins Wanken gerate. Seine Bot­schaft: Inves­ti­tio­nen lohnen sich, denn die Kosten für Nicht­han­deln wären ungleich höher.

Auf eben­die­sen Punkt gingen auch die Dis­ku­tan­ten im Anschluss ein. Oliver Mergens (Berater der VAUDE Academy für nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten), Dr. Andrea Vetter (Trans­for­ma­ti­ons­for­sche­rin an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Cottbus-Senf­ten­berg) und Prof. Dr. Michael Jacob (Pro­fes­sor für Betriebs­wirt­schafts­lehre an der Hoch­schule Kai­sers­lau­tern) sprachen mit Jour­na­list Arnd Henze und Impuls­ge­ber Zieseniß über die neuen Zeiten für die Nach­hal­tig­keits­de­batte und welche Rolle Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit darin spielt. Das Pro­ject­Tog­e­ther führte, unter der Leitung von Vanessa Gstet­ten­bauer und Nina Schiff­mann, führte die Teil­neh­men­den dann durch Akti­vie­rung in den Abend und in Work­shop­run­den in den nächsten Tag.

Schließ­lich wurde die Ver­an­stal­tung durch ein neu­er­li­ches Podium abge­run­det: Diesmal sprachen Sven Giegold (vormals Staats­se­kre­tär im Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz), Frederik Moch (Abtei­lungs­lei­ter für Struktur‑, Indus­trie- und Dienst­leis­tungs­po­li­tik beim Deut­schen Gewerk­schafts­bund) und
Prof. Dr. Uwe Schnei­de­wind (Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Wup­per­tal) darüber wie eine konkrete poli­ti­sche Umset­zung möglich wäre. „Wir wollen nicht den Heizer auf der Dampflok ver­tei­di­gen“, sagte etwa Gewerk­schaft­ler Moch mit Blick auf die Rolle des DGB im Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess. Einig­keit bestand darin, dass es eine Bewegung brauche, die auch bereit ist, die Kom­fort­zone der eigenen Peer­group zu ver­las­sen. Giegold etwa wies auch darauf hin, dass sich poli­ti­sche Entscheidungsträger:innen in den Debatten um Hei­zungs­ge­setz und Elek­tro­au­tos allein gelassen gefühlt habe. Eine Äußerung, die aus dem Publikum durchaus Wider­spruch erfuhr, was zum ins­ge­samt sehr leb­haf­ten, dis­kur­si­ven Cha­rak­ter der Ver­an­stal­tung passte.

Das EKD-Nach­hal­tig­keits­fo­rum war eine gemein­same Ver­an­stal­tung der EKD, des Ver­si­che­rers im Raum der Kirchen (VrK), des Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tuts der EKD (SI), der Diakonie Deutsch­land und dem Evan­ge­li­schen Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA).

Einen aus­führ­li­chen Bericht können Sie hier her­un­ter­la­den.