„Schöne neue Arbeitszeiten?“
KWA positioniert sich zur Zukunft der Arbeitszeitpolitik
Hannover, 16. April 2026 – Der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung zentrale Positionen zur zukünftigen Gestaltung von Arbeitszeit formuliert. Ausgangspunkt war der Fachtag „Schöne neue Arbeitszeiten?“, der am Vortag in Hannover stattfand.
Expert*innen aus Kirche, Wissenschaft, Praxis und Gewerkschaft diskutierten, wie Arbeitszeit angesichts von Fachkräftemangel, Digitalisierung und veränderten Lebensrealitäten neu gestaltet werden kann.
Arbeitszeit neu denken
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Erwerbsarbeitszeit künftig organisiert werden sollte. Der KWA betont den dringenden Handlungsbedarf: Arbeitszeit müsse stärker an den Bedürfnissen der Beschäftigten ausgerichtet werden.
Zentrale Aspekte sind:
- mehr Zeitsouveränität
- bessere Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit
- Schutz von Gesundheit und Leistungsfähigkeit
Gleichzeitig kann eine moderne Arbeitszeitgestaltung auch zur wirtschaftlichen Stabilität von Betrieben beitragen. Diese Perspektive unterstrich auch der Geschäftsführer eines Handwerksbetriebs, Rocco Funke aus Hundeshagen.
Debatte über Arbeitszeitverkürzung
Die Wissenschaftlerin Margareta Steinrücke sprach sich deutlich für eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung aus. Bereits im vergangenen Jahr hatten der KWA und die Bremer Arbeitszeitinitiative gemeinsam das „ABC der Arbeitszeitverkürzung“ veröffentlicht.
Der KWA hebt hervor, dass Arbeitszeitfragen immer auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit sind.
„Der KWA verfolgt in der Arbeitszeitdebatte einen klar sozialethisch geprägten Ansatz. Dabei geht es nicht nur um technische Reformen des Arbeitsrechts, sondern um die Frage: Wie muss Arbeitszeit gestaltet sein, damit sie menschenwürdig, gerecht und dem Leben dienlich ist?“
– Gudrun Nolte, KWA-Vorsitzende
Politischer Dialog soll verstärkt werden
Die Mitgliederversammlung spricht sich dafür aus, die gesellschaftliche Debatte über die Zukunft der Arbeitszeit weiter zu intensivieren. Der KWA will diesen Dialog aktiv begleiten und sich weiterhin in politische Prozesse einbringen.
„Unser Motto ist und bleibt ‚Mit Macht für die Acht!‘. Das ist die Urforderung der Gewerkschaft und dabei muss es bleiben.“
– Dr. Ernesto Harder, DGB Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt
