Nur ein soziales Europa ist ein zukunftsfähiges Europa

Keine halben Sachen mehr – auch nicht in Europa 

„Die Bereiche Pflege, Fleisch­in­dus­trie oder Ern­te­hilfe sind ohne Arbeits­kräfte aus anderen euro­päi­schen Ländern in Deutsch­land kaum mehr denkbar. Die Freiheit, inner­halb der EU zu arbeiten, wird zurecht genutzt. Leider aber werden Menschen auch viel zu oft aus­ge­nutzt – das muss sich ändern. Keine halben Sachen mehr bei sozialen Rechten in Europa“, so Gudrun Nolte, Vor­sit­zende des Evan­ge­li­schen Ver­ban­des Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA) im Vorfeld des Sozi­al­gip­fels in Porto vom 07.–08. Mai 2021 und anläss­lich des Euro­pa­ta­ges am 09. Mai 2021.

Im Mit­tel­punkt des Sozi­al­gip­fels steht die Frage, wie die soziale Dimen­sion Europas gestärkt werden kann, um den Her­aus­for­de­run­gen des Kli­ma­wan­dels und des digi­ta­len Wandels gerecht zu werden. Eben­falls soll dort auch der Akti­ons­plan zur Umset­zung der Euro­päi­schen Säule Sozialer Rechte (ESSR) beraten und ver­ab­schie­det werden, welche beim ersten Sozi­al­gip­fel in Göteborg vor drei­ein­halb Jahren mit den The­men­be­rei­chen sozialer Gerech­tig­keit, guter Arbeit und Bil­dungs­chan­cen auf der Tages­ord­nung stand. Bislang wurden zwar 20 Prin­zi­pien der ESSR defi­niert, diese sind jedoch recht­lich nicht ver­bind­lich, so dass sich im Bereich soziales Europa bisher nur sehr wenig bewegt hat.

Der anste­hende Sozi­al­gip­fel in Porto ist ein Schritt in die richtige Richtung, da der Akti­ons­plan der Euro­päi­schen Kom­mis­sion nun für klare Hand­lungs­ver­pflich­tun­gen sorgen soll.

Für die Menschen, die in Deutsch­land in den Berei­chen Pflege, Fleisch­in­dus­trie oder Ern­te­hilfe arbeiten, ist anschlie­ßend auf poli­ti­scher Ebene ent­schei­dend, dass die aktuell ver­han­del­ten Prin­zi­pien, bei­spiels­weise zu ange­mes­se­nen Min­dest­löh­nen, als euro­päi­sche Rah­men­richt­li­nien und nicht als Papier­ti­ger in Form einer Rats­emp­feh­lung mög­lichst bald ver­ab­schie­det und somit umge­setzt werden können.

Der KWA beglei­tet mit seiner Vision „Nur ein soziales Europa ist ein zukunfts­fä­hi­ges Europa“ die Dis­kus­sion um die soziale Dimen­sion in Europa von Anfang an. Wir fordern, dass dem Sozi­al­gip­fel in Porto auch konkrete Taten folgen. Eine baldige Richt­li­nie zu Min­dest­löh­nen wäre ein deut­li­ches Zeichen, dass es die Euro­päi­sche Union ernst meint, die soziale Dimen­sion in der EU zu stärken und ein wich­ti­ges Signal an alle EU-Bürger:innen, dass ihre – durch die Corona-Pandemie ver­stärk­ten – Sorgen um die Zukunft ernst genommen werden.

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Kontakt:
Gudrun Nolte, KWA Vor­sit­zende und Leiterin des KDA der Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Kirche in Nord­deutsch­land, Tel 040 30620–1351; Gudrun.Nolte@kda.nordkirche.de
Dr. Julia Dinkel, Spre­che­rin des KWA-Aus­schus­ses Europa, Tel: 06131 28744–55, j.dinkel@zgv.info
Annelies Bruhne, Refe­ren­tin Wirt­schaft und Europa, KWA, Tel: 0511 473877–14, a.bruhne@kwa-ekd.de

Evan­ge­li­sche Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt (KWA) ist eine Stimme der Evan­ge­li­schen Kirche in Deutsch­land (EKD), die sich im gesell­schafts­po­li­ti­schen Diskurs für gute Arbeit und soziale Gerech­tig­keit einsetzt. Durch Ver­an­stal­tun­gen, Publi­ka­tio­nen und Kam­pa­gnen fördert er den Dialog zwischen Kirche, Wirt­schaft und Arbeits­welt. Der KWA ori­en­tiert sich mit seinem bun­des­wei­ten Netzwerk an einer nach­hal­ti­gen und sozialen Wirt­schafts­ord­nung, die dem Wohl des Menschen dient.