Die Texte aus dem Buch 7x7 Mor­gen­brie­fing für Füh­rungs­kräfte ermög­li­chen das Nach­den­ken über ein gängiges, mal außer­ge­wöhn­li­ches Wort. Sie durch­kreu­zen das tägliche Handeln und wirken als Anregung für Geist und Seele. Die Autorin­nen und Autoren gehören wei­test­ge­hend zum Evan­ge­li­schen Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt in der Evan­ge­li­schen Kirche in Deutsch­land. Sie arbeiten in den ent­spre­chen­den lan­des­kirch­li­chen Fach­ab­tei­lun­gen im Bereich der Füh­rungs­kräf­te­ar­beit und des Kirch­li­chen Dienstes in der Arbeits­welt.

Human Resources

Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
Psalm 36,10

In der global orga­ni­sier­ten Arbeits­welt ist Englisch zur Ver­kehrs­spra­che geworden. Das Per­so­nal­we­sen wird daher oft HR oder Human Resour­ces genannt. Die korrekte Über­set­zung des eng­li­schen Wortes „resource“ lautet auf Deutsch „Quelle“.

Für Führungs- und Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che geht es in erster Linie darum, dass sie die per­sön­li­chen Quellen der Menschen, die in ihrem Unter­neh­men arbeiten, für einen erfolg­rei­chen Arbeits- und Pro­duk­ti­ons­pro­zess im besten Sinn des Wortes „aus­schöp­fen“.

Sie achten auf die richtige Auswahl und den best­mög­li­chen Einsatz ihrer Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen. Diese sind ja ganz unter­schied­li­che Menschen mit ganz viel­fäl­ti­gen Res­sour­cen. Und es kommt ent­schei­dend darauf an, wie sie zusammen arbeiten. Dafür spielen viele Faktoren eine Rolle: beruf­li­che Qua­li­fi­ka­tio­nen, soziale Kom­pe­ten­zen, Gender-Aspekte und kul­tu­relle Iden­ti­tä­ten.
Was denken Sie? Gehört auch der per­sön­li­che Glaube zu den Quellen eines Menschen dazu? Die Frage nach dem jewei­li­gen Glau­bens­be­kennt­nis ist bei einer Bewer­bung nicht gestat­tet. Es gilt bei uns Gott sei Dank Reli­gi­ons­frei­heit. Und doch verbirgt sich im Glauben eine wesent­li­che Res­source für unser Mensch­sein.

Glauben?
Hie und da.
Doch ohne den Glauben anderer
nicht einmal hie und da –
insofern kein Selbst­ver­sor­ger;
insofern nicht der Rede wert.
Ich bin, was ich bin, durch andere;
ich glaube, was ich glaube, dank anderen.
Und so,
mit jedem Atemzug:
Leben aus gesel­li­ger Gnade.

Kurt Marti

 

Autor: Karl-Ulrich Gscheidle

 

Karl-Ulrich Gscheidle
Wirt­schafts- und Sozi­al­pfar­rer
Kirch­li­cher Dienst in der Arbeits­welt (KDA), Prälatur Reut­lin­gen
Federn­see­straße 4
72764 Reut­lin­gen
Telefon: 07121–161771

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