KDA_Augsburg_2016_kuka2Der KDA-Bun­des­aus­schuss „Arbeit und Technik“ beschäf­tigt sich seit einem Jahr mit den Aus­wir­kun­gen der Digi­ta­li­sie­rung auf Arbeits­welt und Ökonomie. Ende Februar haben wir die Firma Kuka Roboter GmbH in Augsburg besucht, eine der füh­ren­den Her­stel­ler für Indus­trie­ro­bo­ter in Deutsch­land.
Schon das Gebäude der Fir­men­zent­reale ver­mit­telt den Eindruck, dass Kuka ein Unter­neh­men im Aufwind ist. Die Umsätze ent­wi­ckeln sich gerade prächtig. Neben der Auto­mo­bil­in­dus­trie drängt Kuka gerade in den medi­zi­ni­schen Sektor. Warum? „In den Indus­trie­na­tio­nen werden die Menschen immer älter, zugleich nimmt ihre Zahl gegen­über der jüngeren Gene­ra­tion zu. Wir suchen nach Lösungen, ältere Menschen in ihrer Mobi­li­tät zu unter­stüt­zen.“ Dabei plant Kuka keinen reinen „Pfle­ge­ro­bo­ter“, wie sie in Japan bereits üblich sind.

Wir begeg­ne­ten hoch­enga­gier­ten Mit­ar­bei­ten­den, die von der These über­zeugt sind, dass in den nächsten Jahr­zehn­ten das Zeit­al­ter der Roboter beginnt und wir Menschen immer stärker mit dieser Technik zusam­men­wir­ken werden.
Kuka ist dabei nicht blau­äu­gig, Probleme des Daten­schut­zes werden benannt und dis­ku­tiert, ebenso unter­stützt die Firma die Bemü­hun­gen um eine „Robotic Gover­nance“, mit dem Ziel ethische, juris­ti­sche, arbeits­recht­li­che und soziale Fragen der Robotik abzu­ste­cken.

Bei einem Rundgang durch die Hallen erläu­terte uns der Betriebs­rats­vor­sit­zende Armin Kolb die Pro­duk­tion und ging auch auf Fragen von Arbeits­be­las­tun­gen ein.
Momentan expan­diert das Unter­neh­men von Jahr zu Jahr, es herrscht Auf­bruch­stim­mung. Die Her­aus­for­de­rung besteht darin, immer neue Mit­ar­bei­tende zu inte­grie­ren. „Jedes Jahr ist hier komplett anders, das bedeutet großen Streß für die Mit­ar­bei­ten­den“, so der Per­so­nal­chef Dr. Frank Weinand.

Nach­mit­tags haben wir als Aus­schuss den Besuch intensiv dis­ku­tiert. Wir haben uns gefragt, wie sich die Arbeits­be­las­tun­gen und die Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ten­den ent­wi­ckelt, wenn die Jahre des rasanten Wachs­tums eines Tages zu Ende gehen.

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Fach­aus­schuss Arbeit und Technik bei Kuka, Augsburg

Wir haben aber auch fest­ge­stellt, dass die Ent­wick­lung in Richtung Robotik unter uns selbst sehr unter­schied­li­che Reak­tio­nen auslöst. Die eine kann sich über­haupt nicht vor­stel­len, sich eines Tages von einem Roboter pflegen zu lassen, der andere sagt dagegen: „Soll mich doch der Roboter waschen und umdrehen – wenn dafür das Pfle­ge­per­so­nal Zeit hat, sich mit mir in Ruhe zu unter­hal­ten.“

In den nächsten Treffen des Bun­des­aus­schus­ses werden wir die Fragen wei­ter­dis­ku­tie­ren, die der Besuch bei Kuka in uns wach­ge­ru­fen hat. Wir wollen uns als KDA auf der Schwelle zwischen Kirche und Arbeits­welt neben Fragen von Mit­be­stim­mung, Arbeits­schutz und ‑bedin­gun­gen mit auch der sozi­al­ethi­sche und theo­lo­gi­sche Refle­xion der Ent­wick­lun­gen beschäf­ti­gen, die sich mit dem Stich­wort Digi­ta­li­sie­rung ver­bin­den. Zum einen, um Kri­te­rien zu benennen, mit denen die Ver­än­de­run­gen bewertet werden können, und zum anderen auch die Frage zu beant­wor­ten, was aus christ­li­cher Sicht diese Ent­wick­lun­gen mit den Menschen machen. Was ist der Mensch (noch), wenn er immer stärker mit Technik ver­schmilzt?

Dominic Bösl, Cor­po­rate Inno­va­tion Manager bei Kuka, wies uns auf einen gerade erschie­nen Beitrag in der FAZ hin, der die Sitution in der Robotik gut beschreibt: „Strei­chel mich, sonst ersetz ich dich“

(Foto­rechte bei Matthias Jung und Heike Miehe)