„Arbeits­lo­sig­keit und schlecht bezahlte Beschäf­ti­gung sind laut UN-Experten die Ursachen für immer mehr Arme in Europa – mitt­ler­weile durch­schnitt­lich 17 Prozent der Bevöl­ke­rung. Deutsch­land ist beson­ders stark gefähr­det“ das schreibt das Han­dels­blatt am 18. Mai 2016. Gering­fü­gige Beschäf­ti­gung und zu geringe Sozi­al­leis­tun­gen werden als Ursachen genannt. Wer ein­schließ­lich staat­li­cher Hilfen mit weniger als 60 % des mitt­le­ren Ein­kom­mens seines Landes aus­kom­men muss, gilt als arm.

Die ILO erklärte, dass allein in Deutsch­land jede Zehnte trotz Arbeit als arm anzu­se­hen ist. Und sicher ist, dass Arbeits­lo­sig­keit ins­be­son­dere hier das Armuts­ri­siko steigert. Dieses zusammen mit der bedroh­li­chen Ver­rin­ge­rung der Mit­tel­schicht, führt zu großen Ängsten und deren Kon­se­quen­zen in der Bevöl­ke­rung.

Aller­dings ist das Problem in den ost- und süd­eu­ro­päi­schen Ländern noch bri­san­ter. Dort ist etwa 1 Drittel der Bevöl­ke­rung  arm und damit auto­ma­tisch ver­bun­den: sozial aus­ge­grenzt.Eine Ver­än­de­rung dieser Situa­tion strebt die EU mit der sog. Europa 2020 Stra­te­gie an

„Europa 2020“ ist die Wachs­tums­stra­te­gie der EU für das kommende Jahr­zehnt.
In einer Welt, die sich immer weiter ent­wi­ckelt, wünschen wir uns eine intel­li­gente, nach­hal­tige und inte­gra­tive Wirt­schaft für Europa. Diese drei Prio­ri­tä­ten, die sich gegen­sei­tig ver­stär­ken, dürften der EU und den Mit­glied­staa­ten helfen, ein hohes Maß an Beschäf­ti­gung, Pro­duk­ti­vi­tät und sozialem Zusam­men­halt zu errei­chen
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http://ec.europa.eu/europe2020/index_de.htm

Armut GR Frauen

Ob das tat­säch­lich wirkt, steht berech­tigt in Frage. Augen­blick­lich ver­stärkt die restrik­tive Spar­po­li­tik der EU gegen­über den armen Ländern im Süden, die Armut dort und ver­grö­ßert die soziale Schief­lage.

U.a. sind auch in Grie­chen­land beson­ders Frauen die Ver­lie­re­rin­nen. Bei­spiels­weise ist Pro­sti­tu­tion unter dem Spar­dik­tat bis zu 1500 % gestie­gen. Da Pro­sti­tu­tion in Grie­chen­land erlaubt ist, ist das für viele Frauen der einzige Weg, das Über­le­ben für sich und die Kinder zu sichern. In Grie­chen­land gibt es kein Sozi­al­sys­tem, wie wir es bei uns kennen. Wer arbeits­los wird, bekommt aller­höchs­tens 12 Monate ein geringes Arbeits­lo­sen­geld und anschlie­ßend nichts. Auch die Kran­ken­ver­si­che­rung fällt dann weg. Da die öffent­li­che Gesund­heits­ver­sor­gung inzwi­schen bis „aufs Zahn­fleisch“ gekürzt wurde und die Renten, von denen sich früher, in solchen Fällen die Familien über Wasser gehalten haben, bereits mehrmals redu­ziert werden mussten, werden zwangs­läu­fig viele früher undenk­bare Wege, an Geld zu kommen, denkbar.

https://netzfrauen.org/2015/12/22/armut-griechenland-hat-ein-weibliches-gesicht/

Aus­beu­tung und Gewalt an Frauen finden in der huma­ni­tä­ren Krise in Grie­chen­land – aber auch anderswo einen Ort. Wir wissen, dass viele Frauen aus Bul­ga­rien und Rumänien durch Men­schen­han­del in deutsche Bordelle gelangen. Wenn sich nicht bald etwas ändert, werden es auch Grie­chin­nen sein.