Eine gemein­same Stel­lung­nahme von vier Frau­en­ver­bän­den, der Diakonie Bayern und des Kirch­li­chen Dienst in der Arbeits­welt (kda) anläss­lich des „Equal Pay Day“ am 19. März beklagt die unge­rechte Bezah­lung von Männern und Frauen im Beruf. Männer und Frauen sollten „der Gerech­tig­keit nach­ja­gen“, damit sie „an allen Lebens­be­rei­chen gleich­be­rech­tigt teil­ha­ben“. Die Frau­en­gleich­stel­lungs­be­auf­tragte der evan­ge­li­schen Kirche in Bayern, Johanna Beyer, nannte es am Wochen­ende „einen Skandal, dass immer noch Ein­kom­mens­ge­rech­tig­keit ange­mahnt werden muss“.
Frauen ver­dien­ten brutto pro Stunde durch­schnitt­lich rund ein Fünftel (22 Prozent) weniger als Männer. Diese Ent­gelt­lü­cke habe sich seit Mitte der 1990er Jahre nur wenig ver­än­dert. Beyer mahnte, mit der Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit gehe es zugleich um den Wert der Arbeit und die Würde der Arbei­ten­den. Frauen und Männer seien glei­cher­ma­ßen auf­ge­for­dert, sich vor Ort hierfür ein­zu­set­zen. In seinem Papier kri­ti­siert das Bündnis, „eine direkte und indi­rekte Dis­kri­mi­nie­rungs­stra­te­gie in der Arbeits­welt ist Ausdruck einer Kultur, die Männern einen grund­sätz­li­chen Vorrang einräumt“.
 
„Prekäre Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, Minijobs, Aus­wir­kun­gen geschlech­ter­ste­reo­ty­per Rol­len­bil­der bei der Arbeits­be­wer­tung tragen wesent­lich zur Ent­gelt­lü­cke bei“, erklärte die Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin Nina Golf vom kda.
 
Der „Equal Pay Day“ bezeich­net sym­bo­lisch den Tag, bis zu dem Frauen über den Jah­res­wech­sel hinaus arbeiten müssten, um auf das gleiche durch­schnitt­li­che Jah­res­ge­halt zu kommen wie Männer. Er fällt in diesem Jahr auf den 19. März. (01/0797/12.03.2016)
 
Näheres finden Sie unter:
 
Die Stel­lung­nahme zum Run­ter­la­den