Das Erasmus Programm ist eines der bekann­tes­ten und erfolg­reichs­ten Projekte der Euro­päi­schen Union. Das nach dem Theo­lo­gen und Huma­nis­ten Erasmus von Rot­ter­dam benannte Programm hatte ursprüng­lich zum Ziel, die inner­eu­ro­päi­sche Mobi­li­tät im Hoch­schul­be­reich zu fördern und aus­zu­bauen. Mitt­ler­weile wurde das Erasmus-Programm zu Erasmus+ aus­ge­baut. Erasmus+ fasst die bis­he­ri­gen EU-Pro­gramme für lebens­lan­ges Lernen, beruf­li­che Bildung, Jugend und Sport sowie die euro­päi­schen Koope­ra­ti­ons­pro­gramme im Hoch­schul­be­reich zusammen.

soap-bubble-879651_1280

Eine Studie der Euro­päi­schen Kom­mis­sion aus dem Jahr 2014 zur Wirkung des Erasmus-Pro­gramms zeigt deutlich, dass sich Menschen mit inter­na­tio­na­ler Erfah­rung sehr viel besser auf dem Arbeits­markt behaup­ten. Die Wahr­schein­lich­keit länger ohne Arbeit zu sein, ist bei ihnen nur halb so groß wie bei Stu­die­ren­den oder Aus­zu­bil­den­den, die nicht im Ausland waren. Fünf Jahre nach dem Abschluss ist die Arbeits­lo­sen­quote von Menschen mit inter­na­tio­na­ler Erfah­rung 23 % nied­ri­ger. Zudem ver­bes­sert ein Auf­ent­halt mit Erasmus nicht nur die Kar­rie­re­aus­sich­ten, sondern bietet den Stu­die­ren­den auch die Mög­lich­keit ihren Horizont zu erwei­tern und Freund­schaf­ten zu knüpfen (Pres­se­mit­tei­lung Euro­päi­sche Kom­mis­sion).

Das Erasmus-Programm leistet daher einen wich­ti­gen Beitrag zur euro­päi­schen Inte­gra­tion und gibt der Euro­päi­schen Union eine Art Seele. Denn es stehen keine tech­ni­sche Har­mo­ni­sie­rung oder wirt­schaft­li­che Rege­lun­gen im Vor­der­grund, sondern der Aus­tausch und das Ken­nen­ler­nen von jungen EU-Bürger*innen. Junge Menschen aus den EU-Mit­glieds­staa­ten haben die Mög­lich­keit, auf unkom­pli­zierte Art und Weise für eine Zeit zusammen zu stu­die­ren oder zu arbeiten, gemein­sam zu wohnen und mit­ein­an­der ein anderes euro­päi­sches Land, seine Sprache und Kultur zu ent­de­cken. Die Freund­schaf­ten sowie Bezie­hun­gen, die während eines Erasmus – Auf­ent­halts ent­ste­hen, zeigen was den eigent­li­chen euro­päi­schen Inte­gra­ti­ons­ge­dan­ken ausmacht: In Vielfalt fried­lich zusammen zu leben, von­ein­an­der zu lernen und sich gegen­sei­tig zu unter­stüt­zen.