Wie – das kennen Sie nicht? Das ist echt schade, denn hier geschieht seit über 30 Jahren öku­me­ni­sche Ver­söh­nungs- und Pro­jekt­ar­beit  zwischen Neu- und Alt­eu­ro­päe­rin­nen, zwischen Frauen aus Ost- und West­kir­chen. www.efecw.net

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Das ÖFCFE wurde in der Schweiz gegrün­det und hat heute Mit­glie­der in 30 euro­päi­schen Ländern. Es bietet Frauen aus unter­schied­li­chen christ­li­chen Tra­di­tio­nen eine Platt­form für Begeg­nung,  Aus­tausch und immer wieder für konkrete Ver­söh­nungs­ar­beit – und gibt damit immer wieder neu in vielen kleinen Pro­jek­ten und auf den Voll­ver­samm­lun­gen alle vier Jahr „Europa eine Seele“.

„Wir Frauen in den Kirchen möchten die Her­aus­for­de­rung des gemein­sa­men euro­päi­schen Hauses mit­be­stim­men. Wir brauchen dazu gegen­sei­tige Soli­da­ri­tät, Ver­trauen und die Kraft Kon­flikte aus­zu­hal­ten und positiv aus­zu­tra­gen – sowohl unter uns, als auch im Dialog mit unseren Kir­chen­lei­tun­gen, bzw. mit den nicht­kirch­li­chen Bewe­gun­gen oder Insti­tu­tio­nen. Der gemein­same Glaube und die Kraft der Liebe wird uns dabei tragen.“ So wurde es auf der ersten gemein­sa­men Ost-West-Voll­ver­samm­lung 1990 for­mu­liert und seit dem stetig versucht dies mit Leben zu füllen.

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© Doris Hermann

Das ist nicht immer leicht: es wird um State­ments, Got­tes­dienst­for­men und Projekte gerungen, denn wie das in Europa so ist – es ist viel­fäl­tig, es ist von wert­kon­ser­va­tiv bis liberal, von ver­bal­in­spi­riert bis femi­nis­tisch. … aber es wird mit­ein­an­der gerungen! Es wird das Gespräch gesucht und Brücken, bei­spiels­weise was für die anderen gerade noch erträg­lich ist, wenn es so ver­ab­schie­det wird oder so im Got­tes­dienst benannt wird.

Es gibt diese und andere Bewe­gun­gen und Gruppen, die geduldig, wert­schät­zend und beharr­lich Wege öku­me­ni­scher euro­päi­scher Gemein­schaft suchen und mit Leben füllen– und dies weit über­wie­gend ehren­amt­lich!! Und nebenbei bemerkt: der EKD ist dies nun keinen Cent (bei­spiels­weise für Rei­se­kos­ten und Treffen) mehr wert.

Dabei ist eines klar, im großen EU-poli­ti­schen Kontext, wie auch in kleiner zivil­ge­sell­schaft­li­cher oder öku­me­ni­scher Begeg­nungs­ar­beit:  Leben­dige Euro­päi­sche Gemein­schaft gibt es nicht zum Null­ta­rif.  Soli­da­ri­tät will konkret erlebt werden. Gemein­schaft braucht „ Motoren und Sprit“.  Ent­wick­lung und Ver­söh­nung  braucht Res­sour­cen und einen langen Atem.

Poli­ti­sche und kirch­li­che Ent­schei­dungs­trä­ger kommen nicht umhin, Zwi­schen­töne zu beachten, wahr­zu­neh­men, für wen das Gegen­über – bei­spiels­weise zivil­ge­sell­schaft­li­che Initia­ti­ven wie auch öku­me­ni­sche Basis­grup­pen – spricht und  geduldig auf­ein­an­der zu hören. Nur wer Gehör findet, kann Ängste und  Vor­ur­teile los­las­sen und  ver­söhn­lich gemein­sam nach kon­kre­ten Lösungen suchen, statt nach Sün­den­bö­cken – das zeigen die jah­re­lan­gen Erfah­rung im ÖFCFE. Es ließe sich davon lernen.