Gerne ver­öf­fent­li­chen wir an dieser Stelle das Impuls­pa­pier „Auf dem Weg zu einer Kultur der Nach­hal­tig­keit. Plädoyer für öku­me­ni­sche Such- und Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zesse“, erar­bei­tet im Öku­me­ni­schen Prozess „Umkehr zum Leben – den Wandel gestal­ten“.

Im Fol­gen­den finden Sie die dazu­ge­hö­rige Pres­se­mit­tei­lung des Öku­me­ni­schen Pro­zes­ses „Umkehr zum Leben – den Wandel gestal­ten“

Menschheit vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte
Kirchen legen Vorschläge für einen neuen Ökumenischen Aufbruch vor

Im Jahr des Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­ums 2017 sehen Kirchen die Mensch­heit vor der größten Her­aus­for derung ihrer Geschichte und damit am Schei­de­wege: „Die mensch­li­chen Ein­griffe in das Erd­sys­tem bedrohen außer­mensch­li­ches Leben auf der ganzen Erde und den Fort­be­stand der mensch­li­chen Zivi­li­sa­tion, wie wir sie kennen“, sagt Dr. Brigitte Ber­tel­mann von der Evan­ge­li­schen Kirche in Hessen und Nassau. Aus diesem Grunde sei eine sozi­al­öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­tion von Wirt­schaft und Gesell­schaft hin zur Nach­hal­tig­keit vor­dring­lich. „Die Vor­aus­set­zun­gen dafür müssen auch Thema im dies­jäh­ri­gen Bun­des­tags­wahl­kampf sein, es darf nicht nur um Wachstum und Konsum gehen“, meint Ber­tel­mann weiter.

„Kirchen und Theo­lo­gie müssen neue Wege suchen, wie sie sich wir­kungs­vol­ler als bisher an der not­wen­di­gen sozi­al­öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­tion betei­li­gen können“, sagt Dr. Georg Stoll vom Bischöf­li­chen Hilfs­werk Misereor. „Deshalb legen wir heute Vor­schläge für einen neuen Öku­me­ni­schen Aufbruch 2030 mit Impulsen zu einem kul­tu­rel­len Wandel hin zur Nach­hal­tig­keit vor“, so Stoll bei einer Tagung in der Evan­ge­li­schen Akademie Sachsen-Anhalt in Luther­stadt Wit­ten­berg. „Als Kirchen müssen wir fragen, welche Kon­se­quen­zen wir aus der Mahnung von Papst Fran­zis­kus ziehen, dass wir dringend ‚in einer mutigen kul­tu­rel­len Revo­lu­tion vor­an­schrei­ten‘ müssen“, unter­streicht der Ver­tre­ter des katho­li­schen Hilfs­wer­kes.

Die Vor­schläge für einen neuen Öku­me­ni­schen Aufbruch 2030 wurden im Rahmen des Öku­me­ni­schen Pro­zes­ses „Umkehr zum Leben – den Wandel gestal­ten“ mit Hilfe einer inter­dis­zi­pli­nä­ren Ta- gungs­reihe erar­bei­tet, deren Schirm­herr Prof. Dr. Klaus Töpfer war. Bei der Tagung in Wit­ten­berg wurden diese Vor­schläge auch mit dem Vor­sit­zen­den des Rates der Evan­ge­li­schen Kirche in Deutsch­land, Lan­des­bi­schof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm dis­ku­tiert.

Er begrüße aus­drück­lich den öku­me­ni­schen Cha­rak­ter des Auf­bruchs hin zu einer nach­hal­ti­gen Wirt­schafts- und Lebens­weise, so Bedford-Strohm: „Als Kirchen müssen wir eine starke Stimme in der Öffent­lich­keit für eine öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­tion sein. Das können wir heute nur noch öku­me­nisch sein. Und wir müssen noch besser werden, wenn es darum geht, selbst damit vor­an­zu­ge­hen. Ange­sichts der globalen Dimen­sion der damit ver­bun­de­nen Zukunfts­fra­gen ist das inter­na­tio­nale Netz- werk der Kirchen eine starke Kraft, die das welt­weite zivil­ge­sell­schaft­li­che Enga­ge­ment für eine Trans­for­ma­tion hin zu Nach­hal­tig­keit maß­geb­lich prägen kann.“

Die Kirchen und kirch­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen regen in einem Impuls­pa­pier einen öku­me­ni­schen Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess bis 2030 an. „Die Kirchen haben Nach­hal­tig­keit und Bewah­rung der Schöp­fung schon vor Jahr­zehn­ten zum dring­li­chen Thema gemacht. Aber das reicht noch nicht aus: wir sind her- aus­ge­for­dert, uns selbst zu ver­än­dern“ sagt Chris­tine Gühne vom evan­ge­li­schen Hilfs­werk Brot für die Welt. „Wir brauchen konkrete Schritte der Umkehr und müssen uns auf die Suche machen nach nach­hal­ti­gen Lebens­wei­sen, die in der Einen Welt zukunfts­fä­hig und gene­ra­tio­nen­ge­recht sind. Das ist eine Ange­le­gen­heit der Buße, der Bekeh­rung und Erneue­rung aller christ­li­chen Tra­di­tio­nen und

folgt aus der Erfah­rung des gnädigen, seine ganze Schöp­fung lie­ben­den Gottes, die Luther gemacht hat.“

Der Öku­me­ni­sche Prozess „Umkehr zum Leben – den Wandel gestal­ten“, in dem die neuen Vor­schläge für Kirche und Theo­lo­gie erar­bei­tet wurden, wird von 25 Kirchen und kirch­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen getragen. Sie setzen sich dafür ein, dass sich Kirchen an der sozi­al­öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­tion zur Nach­hal­tig­keit betei­li­gen.

Kontakt, Bezug des Impuls­pa­pie­res und weitere Infor­ma­tio­nen:
Koor­di­na­ti­ons­stelle des Öku­me­ni­schen Pro­zes­ses „Umkehr zum Leben – den Wandel gestal­ten, Werk­statt Ökonomie e.V., Im WeltHaus, Willy-Brandt-Platz 5, 69115 Hei­del­berg, Tel.: 06 221 – 433 36 13, 01 76 – 386 716 37, klaus.heidel@woek.de