Von Karin Uhlmann, Wirtschafts- und Sozialpfarrerin, KDA Württemberg

 

Allmächtiger Gott, lass uns zur Ruhe kommen

Lass die lauten Töne des Alltags verklingen,

damit wir uns öffnen können für dein Wort,

damit wir deinen Willen wahrnehmen können,

inmitten dem hektischen Allerlei

 

Dein Wille geschehe!

(c) Pixabay

Ist es wirklich dein Wille,

dass Menschen ihr Leben lang arbeiten

und wenn sie alt geworden sind nicht satt werden,

weil ihnen das Nötigste zum Leben fehlt?

 

Ist es wirklich Dein Wille,

dass immer mehr Kinder in unserem reichen Land

Jahr für Jahr ärmer werden?

 

Ist es wirklich Dein Wille,

dass junge Frauen aus purer Not

dubiosen Menschenhändlern folgen,

um dann in reichen Ländern zur Prostitution gezwungen werden?

 

Ist es wirklich Dein Wille,

dass junge Männer auf Baustellen,

in Fleischfabriken, in der Logistik arbeiten

und um ihren eh schon niedrigen Lohn betrogen werden?

 

Ist es wirklich Dein Wille,

dass immer mehr Menschen bettelnd in unseren Fußgängerzonen sitzen?

 

Nach Deinem Willen sähe die Welt anders aus!

 

Wir bitten Dich,

lass uns Deinen Willen erkennen,

inmitten unserem täglichen Tun,

inmitten unseren Begegnungen und Entscheidungen.

 

Verzeih uns,

wenn wir gegenüber den Ungerechtigkeiten der Welt gleichgültig geworden sind.

 

Lass uns umkehren,

die festgetrampelten Pfade verlassen, Neues wagen.

Schenke uns Kraft und Weisheit, nach Deinem Willen zu leben.

 

 

Holger Lemme

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
Studienleiter für Arbeit und Wirtschaft

Evangelische Akademie Thüringen
Zinzendorfplatz 3
99192 Neudietendorf

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