Wir haben Angst vor der vielen Gewalt
die allent­hal­ben durch unsere Tage schwappt
und die nicht nur auf den Straßen statt­fin­det
sondern auch unsere Herzen ver­gif­tet
Sie hat viele Gesich­ter, die Gewalt!

Gewalt erzeugt Gegen­ge­walt – nie war das anders
Wir ver­su­chen die eine Gewalt mit der anderen auf­zu­hal­ten
und errei­chen nur noch mehr Gewalt
und dann denken wir: „Es war wohl noch nicht genug“…

Und so treiben sie an, die Spirale nach unten –
hin in Unsi­cher­heit und Angst und Miss­trauen
gegen letzt­lich alles und jeden

Und dann rufen wir nach der Polizei, die soll uns schützen,
weil wir noch mehr Angst haben
vor letzt­lich allem und jedem

Dieses Denken ist ein Ener­gie­fres­ser!

Weil wir immer an den Mög­lich­kei­ten der Lösung vor­bei­stol­pern
Weil wir nicht ernst­haft fragen, wo Gewalt ihre Ursache hat
Weil viele von uns vor­schnell auf die fah­ren­den Züge auf­sprin­gen,
die von denen gesteu­ert werden und ange­heizt,
die glauben, die ver­meint­li­che Ursache zu kennen…

Sie schaffen aber nur Feind­bil­der!
Eine ange­mes­sene Analyse bleiben sie schuldig
während sie weiter ihre alten Parolen rufen,
die unser Land schon einmal fast in den Unter­gang geführt haben

Manchmal rufen sie auch neue Parolen
und führen uns damit in die Irre…

Ihr Denken aber ist das gleiche geblie­ben:
Es führt weit weg von Mit­mensch­lich­keit und Toleranz
Viele folgen bereits diesem gefähr­li­chen Weg und hin­ter­fra­gen ihn nicht…
Sie möchten so gerne glauben,
dass es einfache Lösungen gibt gegen die Ursachen von Gewalt
Aber es gibt sie nicht – weder auf der Straße, noch im Herzen!

Deshalb brauchen wir alle Energie,
damit wir nicht dem Schwarz-Weiß-Denken anheim fallen

Wir brauchen alle Energie, um zu frucht­ba­ren Lösungen zu gelangen
Wir brauchen all unsere Energie – um unser Zusam­men­le­ben zu schützen und zu gestal­ten
Um mit­ein­an­der zu reden – über die Probleme, die wir mit­ein­an­der und mit der Welt haben
Um einander kennen zu lernen – über alle Natio­na­li­tä­ten und Reli­gio­nen hinweg oder durch sie hindurch
Um uns einander zu öffnen – in der gemein­sa­men Suche nach den Ursachen
Wir brauchen unsere Energie, um einander zu helfen – denn jede Nation und jede Religion leidet unter ihren extre­mis­ti­schen Aus­wüch­sen
Wir brauchen unsere Energie, um einander Sicher­heit zu gewähren – in unserer Stadt und anderswo
Um einander die Ängste zu nehmen, weil die uns krank machen – jede*n von uns, unsere Familien, unsere Gesell­schaft, die ganze Welt

Wir brauchen unsere Energie für die Erhal­tung des Friedens und der Freund­lich­keit!
Weil wir in Frieden und Freund­lich­keit mit­ein­an­der leben wollen – hier und anderswo!
Ohne Angst vor Gewalt!
Und ohne Hass im Herzen -
weil der alles Gute in dieser Welt ver­hin­dert…

Friede sei mit uns allen!

 

 

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„Werbung“ ist ein Pro­sa­text von Martina Spohr aus dem Jahr 2014, der Beginn der Pegida-Demons­tra­tio­nen

Martina Spohr
Bil­dungs­re­fe­ren­tin Kirch­li­cher Dienst in der Arbeits­welt
Referat Wirt­schaft-Arbeit-Soziales der EKKW
Tel: 0561 7036948
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