Viele Kommunen machen schon mit, sie lassen ihr Energiemanagement und Nachhaltigkeitskonzept beim European Energy Award regelmäßig überprüfen. Ein gesunder Wettbewerb unter den Städten und Gemeinden ist damit in Gang gekommen, um eine Gold- oder Silbermedaille.

Vor einem Jahr hat die neue Europäische Kommission unter der Leitung von Ursula von der Leyen zu einem neuen „European Green Deal“ aufgerufen, neuerdings mit dem ehrgeizigen Ziel, bis 2030 eine Reduktion des CO2 Ausstoß um 55% (auf 1990 bezogen) zu erreichen, als Etappe auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dazu braucht es auf allen Ebenen richtige und richtungsweisende Entscheidungen. Gut, dass viele Kommunen hier schon Erfahrung gesammelt haben und darin erprobt sind und ihren Beitrag zur Reduktion der Klimagase noch verstärken können. Der Europäische Green Deal wird aber alle einbeziehen müssen, Einzelhaushalte und Betriebe, Gemeinden und Städte.

Die europäische Dimension dieses Wettbewerbs steht zwar im Namen, kommt aber selten direkt zur Anwendung. Doch wer genau hinschaut wird belohnt: Fast am Ende des Bewertungsraster im European Energy Award steht die Kooperation zwischen Regionen und Städten, eben auch der Partnerstädte. Und das kann leichter mit Leben gefüllt werden als auf den ersten Blick erkennbar: Gegenseitiger Informationsaustausch über Nachhaltigkeitsprojekte, auch Hospitationen von Mitarbeitenden, oder öffentliche Berichte über die Aktivitäten in den Partnerstädten können die Zusammenarbeit in Europa vertiefen und zugleich gute Ideen im Schneeballprinzip über die Grenzen verbreiten. Die Kompetenzen der Partnerschaftsaktiven lassen sich dafür sicherlich leicht aktivieren. Und bei der nächsten Zertifizierung springen dafür wertvolle Punkte heraus.

Dass die Zusammenarbeit der Kommunen mit Kirchengemeinden oder anderen religiösen und zivilgesellschaftlichen Gruppen ebenfalls bepunktet wird, überrascht nur in Deutschland nicht, in Frankreich oder den Ländern des ehemaligen „Ostblocks“ ist es wenig üblich, dass die Religionsgemeinschaften auf diesem Gebiet als Partner in den Blick kommen.

Umso mehr können die Aktivitäten zur Nachhaltigkeit in den Kirchengemeinden, nach EMAS oder dem Grünen Gockel in die Partnerschaftsarbeit einfließen, jedenfalls in Frankreich gibt es seit 2017 die ökumenische „Eglise verte“ (grüne Kirche) deren Aktive sich auch über einen Austausch freuen.

Den European Green Deal gilt es auf allen Ebenen voranzubringen. Kommunen und Kirchengemeinden, die sich im europäischen Austausch gegenseitig anregen, haben einen eindeutigen Gewinner: Das Klima.

 

 

Dieser Text ist vom Autor ebenfalls auf der Seite der Evangelischen Akademie Bad Boll veröffentlicht worden (https://www.ev-akademie-boll.de/nc/aktuell/kreuz-und-quer/artikel/european-energy-award.html)

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Albrecht Knoch
Wirtschafts- und Sozialpfarrer 
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt – Prälatur Ulm 
Fachdienst der Evangelischen Akademie Bad Boll
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Annelies Bruhne
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