Die Hälfte ist geschafft! Mittwoch um zwölf Uhr ist der halbe Mittwoch vorbei, die Hälfte der klas­si­schen Montag-bis-Freitag-Woche und auch die Hälfte der Woche, die nach christ­li­chem Ver­ständ­nis mit dem Sonntag beginnt, liegt hinter einem. Von manchen wird dieser Moment als „Hump-day“ oder „Bergfest“ bezeich­net.

Wer die Hälfte hinter sich hat, hat schon viel erlebt und geschafft – Schönes und Trau­ri­ges, Aben­teu­er­li­ches und Lang­wei­li­ges, Ver­wun­der­li­ches oder Begeis­tern­des. Wer die Hälfte noch vor sich hat, kann sich noch auf Vieles freuen und so Manches meistern.

Die „Halbzeit“ ist also ein guter Moment, um kurz inne­zu­hal­ten und sich eine gedank­li­che Pause zu gönnen. Mit kurzen Texten und Bildern laden wir Sie jeden Mittwoch zu einer kurzen Mitt­woch­s­an­dacht ein. Gönnen Sie sich diese kurze Halbzeit-Pause!

Jeden Don­ners­tag ver­sen­den wir die Halbzeit-Andacht in unserem News­let­ter. Um auch am Don­ners­tag noch mal inne zu halten.

Diese Woche (4. August 2021): „Ich sehe es schon kommen“ – trübe Zukunfts­aus­sich­ten im Arbeits­le­ben?

Es ist ja nun nicht so, dass man auf der Arbeit nicht schon so seine Erfah­run­gen gemacht hätte, deshalb denke ich manchmal: „Ich sehe es schon kommen“, dass Kollege XY beim gerings­ten Anflug einer Erkäl­tung bereits mit einer Krank­mel­dung daher­kommt, dass Kollegin YX die über­nom­mene Aufgabe wieder einmal nicht recht­zei­tig fertig bekommt und dass ich selbst mich voll rein­hänge, um meinen Part ter­min­ge­recht fertig zu haben, aber Andere in größter Gemüts­ruhe sich alle Zeit der Welt lassen usw. usf.

Gele­gent­lich ertappe ich mich beim Schwarz­se­hen und bin selbst solch ein Unheils­pro­phet, obwohl ich doch weiß, dass ich von einer klugen und moti­vier­ten Kol­le­gen­schaft umgeben bin und wir mit­ein­an­der noch immer unsere Arbeit gut und recht­zei­tig fer­tig­ge­bracht haben. Glück­li­cher­weise bleibt es bei mir meistens dabei, dass ich still für mich denke: „Ich sehe es schon kommen…“

Manchmal rutscht mir dieser Spruch aber halt doch im kol­le­gia­len Umfeld heraus, obwohl ich weiß, dass er sachlich unzu­tref­fend und über­haupt nicht hilf­reich ist. Denn ich lege damit doch einen Kollegen auf ein nega­ti­ves Bild fest und erschwere mir damit selbst eine positive Über­ra­schung.

Das Neue Tes­ta­ment emp­fiehlt uns für unser Leben, ein­schließ­lich des Arbeits­le­bens natür­lich, eine grund­le­gend andere Her­an­ge­hens­weise: „Seid allezeit bereit zur Ver­ant­wor­tung vor jeder­mann, der von euch Rechen­schaft fordert über die Hoffnung, die in Euch ist.“ (1. Petr 3, 15)

Mir per­sön­lich macht Hoffnung, dass ich Gott in dieser Welt, ein­schließ­lich der Arbeits­welt, ver­bor­gen am Werk glaube, obwohl er sich mir nicht direkt mitteilt und in die Hände gibt. Hoffnung habe ich, weil Gott der Herr und das Ziel aller Zeit ist. Mit meiner Hoffnung bin ich nicht allein, sondern Teil der Hoff­nungs­ge­mein­schaft der welt­wei­ten Kirche. Hoffnung hat man nicht so einfach für sich allein, sondern Hoffnung will geteilt und mit­ge­teilt sein. Deshalb sehe ich es hoff­nungs­froh schon kommen, dass Gott einmal alles in allem sein wird. Insofern gibt es in meinem Arbeits­um­feld keine hoff­nungs­lo­sen Fälle und keine aus­sichts­lo­sen Situa­tio­nen. Weil ich Hoffnung auf Gottes Segen habe, deshalb wage ich es Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, wenn es not­wen­dig ist. Danke, lieber himm­li­scher Vater, dass Du uns zur Hoffnung berufen hast!

Autor: Dr. Johannes Rehm, kda Bayern

Alle Mitt­woch­s­an­dach­ten zum Nach­le­sen finden Sie hier: https://kda-bayern.de/mensch-und-arbeit/halbzeit/

Lukas Spah­lin­ger
Poli­tik­wis­sen­schaft­ler
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