Die Hälfte ist geschafft! Mittwoch um zwölf Uhr ist der halbe Mittwoch vorbei, die Hälfte der klas­si­schen Montag-bis-Freitag-Woche und auch die Hälfte der Woche, die nach christ­li­chem Ver­ständ­nis mit dem Sonntag beginnt, liegt hinter einem. Von manchen wird dieser Moment als „Hump-day“ oder „Bergfest“ bezeich­net.

Wer die Hälfte hinter sich hat, hat schon viel erlebt und geschafft – Schönes und Trau­ri­ges, Aben­teu­er­li­ches und Lang­wei­li­ges, Ver­wun­der­li­ches oder Begeis­tern­des. Wer die Hälfte noch vor sich hat, kann sich noch auf Vieles freuen und so Manches meistern.

Die „Halbzeit“ ist also ein guter Moment, um kurz inne­zu­hal­ten und sich eine gedank­li­che Pause zu gönnen. Mit kurzen Texten und Bildern laden wir Sie jeden Mittwoch zu einer kurzen Mitt­woch­s­an­dacht ein. Gönnen Sie sich diese kurze Halbzeit-Pause!

Jeden Don­ners­tag ver­sen­den wir die Halbzeit-Andacht des KDA aus Bayern in unserem News­let­ter, um auch am Don­ners­tag noch mal inne zu halten.

Wer ist mehr wert – der Abteilungsleiter oder die Reinigungskraft?

Sieht man am Lohn, wieviel Wert­schät­zung eine Arbeit erfährt? Und müssten dann nicht gerade Pfle­ge­kräfte besser bezahlt werden?
Die Corona-Pandemie hat das Brenn­glas auf so manchen Miss­stand gerich­tet: Arbeits­be­din­gun­gen in der Fleisch­in­dus­trie, Mangel an Intensiv-Pfleg­kräf­ten, Ern­te­hel­fer, die zusam­men­ge­pfercht hausen, um mehr Geld nach Hause schicken zu können: So manches kam plötz­lich durch Pres­se­be­richte ins Bewusst­sein der Gesell­schaft und viel getan hat sich trotzdem noch nicht.

Aber wir können in unserem Arbeits­um­feld schon mal anfangen mit den Ver­bes­se­run­gen. Wir können uns bewusst­ma­chen, dass jeder Mensch seinen Wert hat, egal wo er oder sie in der Hier­ar­chie steht. Wir können darauf schauen, niemands Arbeit gering zu achten und mit jeder­mann respekt­voll umzu­ge­hen. Wenn die Rei­ni­gungs­kraft ausfällt, der Haus­meis­ter nicht da oder der Repa­ra­tur­dienst nicht erreich­bar ist, keine Arbei­te­rin mehr am Band steht – dann merkt jede*r schnell, dass es nur mit­ein­an­der geht.
Wir können uns für gerechte Bezah­lung ein­set­zen, beson­ders, wenn wir in unkünd­ba­ren Arbeits­ver­hält­nis­sen nicht befürch­ten müssen, unseren Job zu ver­lie­ren, wenn wir unbe­queme Fragen stellen.

Christus hat nicht gesagt, du darfst für Dich gar nichts wollen. Er hat gesagt: Nimm Dich nicht so wichtig. Wenn Du was gelten willst, dann tu Dich als jemand hervor, der anderen dient, also ihnen nützlich ist, seinem Umfeld Gutes will und seine Kollegen und Nachbarn unter­stützt. Bei Christus kommt es nicht drauf an, als erster übers Ziel zu kommen, sondern auf dem Weg dahin fair zu spielen.
Das können wir doch über­neh­men: die am meisten zu achten, die den anderen dienen.
Wer der Erste sein will, der soll der Diener aller sein. (Markus 9, 35)

Diet­linde Peter, kda Nürnberg

Weitere Halbzeit-Andach­ten finden Sie direkt beim Kirch­li­chen Dienst in der Arbeits­welt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern https://kda-bayern.de/mensch-und-arbeit/halbzeit/