Dank für deine guten Werke

Seit Jahren sind allent­hal­ben immer neue Rekord­werte zu ent­neh­men, wenn es um Mit­glie­der­zah­len von alt­her­ge­brach­ten­In­sti­tu­tio­nen geht. Freilich reden wir von Nega­tiv­re­kor­den in Kirchen, Gewerk­schaf­ten, Volks­par­teien, Frei­wil­li­gen­Feu­er­weh­ren und vielen ört­li­chen Vereinen mit den unter­schied­lichs­ten Zwecken.

Wird inner­halb der Struk­tu­ren über den Mit­glie­der­schwund gespro­chen, drehen sich die Gesprä­che häufig um die ver­meint­li­chen eigenen Unzu­läng­lich­kei­ten. Wir seien nicht digital genug, unsere Ange- bote aus der Zeit gefallen, würden nicht modern oder jugend­lich erschei­nen. Der Blick auf die vielen anderen, denen eben­falls Mit­glie­der abhan­den­kom­men­lässt dann aber auch den Schluss zu, dass heut­zu­tage eben viele nur noch an sich selber denken und die Gemein­schaft nicht­mehr so viel zähle.

Da mag was dran sein und wer das belegen möchte, findet zügig ent­spre­chende Studien, die die Indi­vi­dua­li­sie­rung in der Gesell­schaft belegen. Aber was tun mit der Erkennt­nis?

„Lasst uns auf­ein­an­der acht­ha­ben und einander anspor­nen zur Liebe und zu guten Werken“ Hebräer 10,24

Der Monats­spruch aus dem Hebrä­er­brief brachte mich da auf einen Gedanken. Könnte es sein, dass ich mit gutem Beispiel vor­an­ge­hen sollte, um andere auch anzu­spor­nen? Auch ich habe zuletzt keine größeren Aufgaben in den mir lieb gewonnen Vereinen mehr über­nom­men.

Könnte es sein, dass ich dem Vorstand mal meine Mithilfe anbieten sollte? Als eine Form der Acht­sam­keit und Dank­bar­keit, weil diese Menschen einen Teil ihrer Freizeit für die Gemein­schaft stiften.

Und wenn ich selber dem­nächst nicht wirklich Zeit erüb­ri­gen kann – sei es aus privaten oder beruf­li­chen Gründen – dann kann ich auch mit kleinen Bot­schaf­ten, bei­spiels­weise netten Worten oder einer Ein­la­dung auf einen Kaffee, auf­ein­an­der acht­ha­ben und einander anspor­nen.

Denn letzt­lich sind viele unserer zivi­li­sa­to­ri­schen Errun­gen­schaf­ten nicht auf Indi­vi­duen, sondern auf das Kol­lek­tiv zurück­zu­füh­ren. Darauf, dass Menschen sich ein­brin­gen in Gewerk­schaft, Kammer, Verband, Gemeinde, Partei oder Vorstand. Dafür sage ich danke. Danke Ihnen allen, die aktiv sind nicht nur für sich selbst, sondern für uns alle.

Die Oktober-Wort­mel­dung als PDF.

 

Benjamin Sadler
Referent in der Wirt­schafts­re­gion Osna­brück
Haus kirch­li­cher Dienste
Kirch­li­cher Dienst in der Arbeits­welt (kda)
der Ev.-luth. Lan­des­kir­che Han­no­vers
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