Die Texte aus dem Buch 7x7 Mor­gen­brie­fing für Füh­rungs­kräfte ermög­li­chen das Nach­den­ken über ein gängiges, mal außer­ge­wöhn­li­ches Wort. Sie durch­kreu­zen das tägliche Handeln und wirken als Anregung für Geist und Seele. Die Autorin­nen und Autoren gehören wei­test­ge­hend zum Evan­ge­li­schen Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt in der Evan­ge­li­schen Kirche in Deutsch­land. Sie arbeiten in den ent­spre­chen­den lan­des­kirch­li­chen Fach­ab­tei­lun­gen im Bereich der Füh­rungs­kräf­te­ar­beit und des Kirch­li­chen Dienstes in der Arbeits­welt.

Beteiligung

Denn der Pflüger und der Drescher sollen ihre Arbeit in der Erwar­tung tun, ihren Teil zu erhalten.
1. Korin­ther 9,10

Wer eine Arbeit tut, soll „seinen Teil“ bekommen. In der Bibel ist dies kein gut gemein­ter Rat, sondern ver­bind­li­ches Gesetz. Was aber ist der ange­mes­sene Anteil, den Arbei­tende heute zu erwarten haben?

Mensch­li­che Arbeits­kraft lässt sich nicht auf einzelne Hand­griffe oder intel­lek­tu­elle Fähig­kei­ten beschrän­ken, es hängt immer ein ganzer Mensch dran. Und Menschen haben bekannt­lich eine Dop­pel­na­tur: Sie sind nicht nur Leib und Denk­ver­mö­gen, sondern auch Seele. Beides bringen sie in ihre Arbeit ein. So gehört es zum Cha­rak­ter einer des Menschen würdigen Arbeit, dass sie ebenso mate­ri­elle wie auch ideelle Früchte trägt. Die Ver­tei­lung der mate­ri­el­len Arbeits­er­geb­nisse ist heute geregelt durch Tarif­ver­träge – oder sollte es jeden­falls sein. Keine Ver­ein­ba­rung gibt es hingegen für die Ver­tei­lung der ideellen Früchte mensch­li­cher Arbeit: Sinn, Aner­ken­nung, gelun­gene Gemein­schaft. Dass auch davon alle ihren Anteil bekommen, liegt in der Ver­ant­wor­tung der­je­ni­gen, die für die Orga­ni­sa­tion der Arbeits­ab­läufe und für das Betriebs­klima ver­ant­wort­lich sind. Ob Menschen durch Arbeit wachsen oder krank werden, das hängt auch daran, ob sie betei­ligt werden: am Sinn der Arbeit, an der Aner­ken­nung dafür und an der gelun­ge­nen Gemein­schaft, die das gemein­same Arbeiten ermög­licht. Oder ob ihnen dieser Teil ihrer Arbeit verwehrt bleibt.

Dr. Jürgen Kehn­scher­per

Dr. Jürgen Kehn­scher­per
Pastor, Pfarr­stelle für den
KDA Meck­len­burg-Pommern

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