Die Hälfte ist geschafft! Mittwoch um zwölf Uhr ist der halbe Mittwoch vorbei, die Hälfte der klas­si­schen Montag-bis-Freitag-Woche und auch die Hälfte der Woche, die nach christ­li­chem Ver­ständ­nis mit dem Sonntag beginnt, liegt hinter einem. Von manchen wird dieser Moment als „Hump-day“ oder „Bergfest“ bezeich­net.

Wer die Hälfte hinter sich hat, hat schon viel erlebt und geschafft – Schönes und Trau­ri­ges, Aben­teu­er­li­ches und Lang­wei­li­ges, Ver­wun­der­li­ches oder Begeis­tern­des. Wer die Hälfte noch vor sich hat, kann sich noch auf Vieles freuen und so Manches meistern.

Die „Halbzeit“ ist also ein guter Moment, um kurz inne­zu­hal­ten und sich eine gedank­li­che Pause zu gönnen. Mit kurzen Texten und Bildern laden wir Sie jeden Mittwoch zu einer kurzen Mitt­woch­s­an­dacht ein. Gönnen Sie sich diese kurze Halbzeit-Pause!

Jeden Don­ners­tag ver­sen­den wir die Halbzeit-Andacht des KDA aus Bayern in unserem News­let­ter, um auch am Don­ners­tag noch mal inne zu halten.

Heilige in der Arbeits­welt

Es ist ja nicht so einfach über Heilige im pro­tes­tan­tisch gepräg­ten Umfeld zu reden. Die Refor­ma­tion wirkt hier deutlich nach. In der Woche des Niko­laus­fes­tes möchte ich mit Ihnen der Wirkung von Heiligen in unseren Arbeits­all­tag nach­spü­ren.
Dafür bin ich prä­de­sti­niert. Sowohl in meinem Vornamen Klaus wie auch in meinem Nach­na­men Hubert spiegeln sich „Heilige“ wider: Sankt Nikolaus und Sankt Hubert(us). Sankt Nikolaus ist ein uni­ver­sel­ler und öku­me­ni­scher Heiliger. Selbst in und um Myra, heute ein mus­li­misch gepräg­ter Küs­ten­ort in der Türkei, wird er als Wohl­tä­ter und Not­hel­fer verehrt. Für folgende Berufs­grup­pen hat er als „Schutz­hei­li­ger“, also Beschüt­zer und geist­li­cher Mentor beson­dere Bedeu­tung: See­fah­rer, Bin­nen­schif­fer, Kauf­leute, Juristen, Apo­the­ker, Metzger, Bäcker, Schnei­der, Pfand­lei­her, Fuhr­leute und weitere Berufe.
Auch der heilige Hubert ist „Schutz­pa­tron“ bis in die heutige Zeit; für Jäger, Kürsch­ner, Metzger, Optiker, Mathe­ma­ti­ker und metall­ver­ar­bei­tende Berufe wie Schmiede.

Seit meiner Jugend­zeit hat mich ein Spruch des schwe­di­schen Bischofs Nathan Söder­blom (1866 – 1931) geprägt: „Heilige sind Menschen, durch die es anderen leichter wird, an Gott zu glauben.
Eine moderne und zutiefst evan­ge­li­sche Inter­pre­ta­tion des Begriffs „Heilige“.
Ich möchte sie für unsere heutige Arbeits- und Lebens­welt noch wei­ter­ent­wi­ckeln: Heilige sind Menschen, die mir und anderen Hilfe und Unter­stüt­zung sind zur Ori­en­tie­rung, Refle­xion und Ermu­ti­gung.
Wir brauchen für unser Leben und Arbeiten Vor­bil­der – Menschen die Ori­en­tie­rung geben. Ange­fan­gen von der Berufs­wahl, über die Aus­bil­dung, den Berufs­ein­stieg, den Aufstieg und den Umstieg bis hin zum Übergang in den Ruhe­stand.

Wir sind auf Menschen ange­wie­sen, die uns helfen unser Reden, Denken und Handeln – unser Leben und Arbeiten zu reflek­tie­ren, Aus­wir­kun­gen zu erkennen und richtig ein­zu­schät­zen, wo es not­wen­dig ist zu hin­ter­fra­gen und die rich­ti­gen Schlüsse daraus zu ziehen.
Wir brauchen Menschen, die uns in den Höhen und mehr noch in den Tiefen unserer Arbeits- und Lebens­welt ermu­ti­gen und uns das Bewusst­sein für Heiles schenken. Die uns stärken und moti­vie­ren, Ver­letz­tes zu erkennen, zu ver­sor­gen und zu heilen.

Gerade in der Advents­zeit wird uns Menschen klar, dass wir dies nicht aus eigener Kraft können. Ande­rer­seits wissen wir als Christen, das Gott uns Menschen seine Schöp­fung anver­traut. Dass wir Leben und Arbeiten als Segen für uns und andere gestal­ten können. Ich möchte Sie für den Gang durch die Advents­zeit, ja durch Ihre Lebens- und Arbeits­welt ermu­ti­gen. Suchen Sie mit offenen Augen und Herzen die Momente, wo „Heilige“, wo Gott und Menschen Ihnen Hilfe und Unter­stüt­zung zur Ori­en­tie­rung, Refle­xion und Ermu­ti­gung waren, sind und sein können.

Klaus Hubert, afa/ kda Nürnberg

 

Weitere Halbzeit-Andach­ten finden Sie direkt beim Kirch­li­chen Dienst in der Arbeits­welt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern https://kda-bayern.de/mensch-und-arbeit/halbzeit/

 

Klaus Hubert

Diakon | Geschäfts­füh­rer afa

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