Advent, Advent – kein Lichtlein brennt?

Seit Wochen ist von Lieferengpässen die Rede und manche sehen Weihnachten gefährdet, weil nicht wie gewohnt alles auf Anhieb geliefert wird. Diese Gefahr muss differenzierter betrachtet werden.

Die Wartezeiten für Autos sind wegen des Chipmangels seit Monaten schon sehr lang. Allerdings liegt bei vielen Familien die ich kenne ohnehin kein neuer VW ID.3 unter dem Baum, sondern eher ein Spielzeugauto für Kinder oder Enkel. Weit mehr Menschen betrifft der Engpass bei Lebensmitteln.

In der  Weihnachtsbäckerei
fehlt so manche Leckerei.
Brauchen wir nicht Schokolade,
Zucker, Nüsse und Succade?
Und ein bisschen Zimt?
Das Stimmt

– zumindest für viele liebgewonnene Rezepte. Es muss aber auch 2021 niemand an die Tradition der früh-mittelalterlichen Kirche anknüpfen, wo die Adventswochen eine Fastenzeit waren. Es gibt augenscheinlich noch genug Plätzchen und Backzutaten in den Regalen. Und manch ein Weihnachtsmarkt hat dieses Jahr pandemiebedingt schon Wochen vor Totensonntag geöffnet um uns vorweihnachtlich zu verköstigen.

Lasst uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freun.
Dann stell ich den Teller auf,
Niklaus legt gewiss was drauf.

Vielleicht sind die diesjährigen Umstände das überfällige Zeichen, um den Kern der Weihnacht und der vorangehenden Adventszeit noch mal vor Augen zu führen.

Klar freue ich mich auch auf Geschenke und einen leckeren Braten. Schließlich macht das Besondere den Zauber dieses Festes in der kalten und regnerischen Jahreszeit aus. Das Besondere ist, dass die Plätzchen beim familiären Adventskaffee irgendwie besser schmecken, als die die ich selber kaufe, auch wenn es die gleichen sind. Besonders sind Dinge, die schön sind, wenn auch nicht notwendig.

Das eigentlich besondere an dem Fest aber ist die Botschaft, die auch gilt, wenn die Plätzchen keine Nüsse enthalten, oder die Pakete mal kleiner ausfallen, oder unter dem Baum diesmal nur Nadeln und gar keine Geschenke liegen – was möglicherweise den Versandhändler ärgert, aber immerhin das Klima schützt:

Das Röselein so kleine,
das duftet uns so süß,
Mit seinem hellen Scheine
vertreibt‘s die Finsternis.
Wahr Mensch und wahrer Gott;
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Advent und ein fröhliches Weihnachtsfest!

Die Dezember-Wortmeldung als PDF.

 

Benjamin Sadler
Referent in der Wirtschaftsregion Osnabrück
Haus kirchlicher Dienste
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (kda)
der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
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