Mitbestimmen!

Betriebsrat und Mitarbeitervertretung werden neu gewählt

Sie haben ein offenes Ohr für Probleme, sind Kri­sen­ma­na­ger und Trost­spen­de­rin, führen harte Ver­hand­lun­gen und bringen kon­struk­tive Ideen ein. Egal ob im Unter­neh­men, bei Diakonie oder Kirche – die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Mit­ar­bei­ten­den haben viel­fäl­tige Aufgaben.
In diesem Jahr werden alle diese Gremien neu gewählt. Die Stimm­ab­gabe für die neuen Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tun­gen (MAV) findet im Zeitraum Januar bis April statt, für die Betriebs­räte (BR) zwischen März und Mai. Erstmals seit langer Zeit werden beide Gremien im selben Jahr neu auf­ge­stellt.

Dies nehmen wir zum Anlass, die Arbeit von MAV und BR aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven zu beleuch­ten. So kommen enga­gierte Gremienvertreter*innen zu Wort, Geschicht­li­ches wie Aktu­el­les wird ver­ständ­lich erklärt und einzelne Themen wie z.B. der Aspekt der Macht auf­ge­grif­fen. Mit­be­stim­mung ist wertvoll. Also – lesen Sie rein!

Wenn Sie sich als Kandidat*in auf­stel­len lassen möchte, recht­li­che Fragen rund um die Wahl haben oder bereits Teil einer MAV bzw. eines BR sind und sich wei­ter­bil­den möchten, finden Sie bei­spiels­weise bei den ent­spre­chen­den Ver­bän­den weitere Infor­ma­tio­nen: beim Verband Kirch­li­cher Mit­ar­bei­ten­der (vkm) oder beim Deut­schen Gewerk­schafts­bund (DGB) und seinen Ein­zel­ge­werk­schaf­ten.

 

In dieser Woche wieder ein Beitrag des Kirch­li­chen Dienstes in der Arbeits­welt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern auf der Website „mit­be­stim­men!“ zum Lesen und Her­un­ter­la­den.

 

Überwachung wäre möglich – Interview mit Gerda Keilwerth (Folge 3)

 

Gerda Keil­werth hat 35 Jahre Erfah­rung als Mit­ar­bei­ter­ver­tre­te­rin, war stell­ver­tre­tende Vor­sit­zende im Gesamt­aus­schuss Bayern für die Diakonie und berät heute als Regio­nal­be­auf­tragte des VKM Mit­ar­bei­ten­den­ver­tre­tun­gen (MAV) in Kirche und Diakonie. für die Aktion „Mit­be­stim­men!“ haben wir mit ihr über Über­wa­chung am Arbeits­platz und Behin­de­rung der Arbeit von MAVen gespro­chen.

kda: Sehen Sie in Kirche und Diakonie die Tendenz zu Über­wa­chung am Arbeits­platz – Stich­wort Pflege-Doku?

Gerda Keil­werth: Das Problem ist hier: Die Pflege-Doku ist eine externe Anfor­de­rung zum Beispiel des MDK (Medi­zi­ni­scher Dienst der Kran­ken­kas­sen Anm. d. Red.). Wie mit den aus der Doku gewonnen Daten umge­gan­gen wird, das ist die Frage. Da gibt es Fach­vor­ge­setzte, die diese Daten nutzen, um zu über­wa­chen. Zunächst gilt: Die Ein­füh­rung der Rege­lun­gen über die Pflege-Doku­men­ta­tion sind mit­be­stim­mungs­pflich­tig. Wir als MAV stimmen dem unter der Bedin­gung zu, dass die Erkennt­nisse, die gewonnen werden, nicht zur Bewer­tung und Erhebung der Arbeits­leis­tung genutzt werden dürfen. Die Ein­hal­tung solcher Regeln muss über­wacht werden. Auch in Dienst­plan­pro­gramme kann sich ein Con­trol­ler von außen ein­wäh­len und ihn einsehen. Da muss man trans­pa­rent und gut zusam­men­ar­bei­ten, denn wir bekommen zuneh­mend Instru­mente, die eine Über­wa­chung bis ins Kleinste zulassen. Der Sta­ti­ons­lei­ter kann sehen, ob jemand im ambu­lan­ten Dienst an einer Ampel steht oder am Pati­en­ten­bett.
Jede Schwes­tern-Ruf­an­lage hat heute ein Programm, das im Hin­ter­grund auf­zeich­net, wann der Patient geklin­gelt hat und wann der Mit­ar­bei­tende gedrückt hat, dass er vor Ort ist.

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