Die Texte aus dem Buch 7×7 Morgenbriefing für Führungskräfte ermöglichen das Nachdenken über ein gängiges, mal außergewöhnliches Wort. Sie durchkreuzen das tägliche Handeln und wirken als Anregung für Geist und Seele. Die Autorinnen und Autoren gehören weitestgehend zum Evangelischen Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie arbeiten in den entsprechenden landeskirchlichen Fachabteilungen im Bereich der Führungskräftearbeit und des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt.

Erfolg

Wenn man Erfolg haben will oder ein interessantes Leben führen will, muss man risikobereit sein. Man kann natürlich auch sein ganzes Leben lang seinen verpassten Chancen hinterher jammern: Hätte ich doch nur das und das gemacht.
Malcom Forbes

Erfolg ist immer die Folge von persönlichen Entscheidungen und Handlungen, aus denen ein Ergebnis ERFOLGT.
An den Erfolg werden heute große Erwartungen gestellt. Wer nicht erfolgreich ist, muss etwas falsch gemacht haben. Was Erfolg ist, ist leicht gesagt: aus der Komfortzone herauskommen, sich seinen Ängsten stellen und an diesen wachsen. An dieses Konzept knüpfte die bürgerliche Gesellschaft an. Sie machte Erfolg zu einer Kategorie der ökonomischen und gesellschaftlichen Statusverteilung. Erfolg wurde mit Leistung verbunden, erfolgreich waren diejenigen, denen es gelang, ihre gesellschaftliche Stellung zu verbessern. Maßstab für den Erfolg ist auch heutzutage der soziale Status, der täglich verbessert werden will. Erfolg ist mittlerweile zu einer Kategorie der Daseinsvoraussetzung und Zugehörigkeitsberechtigung geworden.

Aber wichtiger sind die Fragen, die sich jeder Einzelne einmal stellen sollte: Was ist die Voraussetzung dafür, dass ich erfolgreich im Leben bin? Was bedeutet Erfolg für mich: Ruhm, Geld, Status oder wie viele Follower ich habe? Findet der Erfolg also mehr im Äußeren statt? Oder bedeutet Erfolg, zufrieden mit sich selbst und stolz auf sich zu sein, genau zu wissen, wer man ist, für was man einsteht und das zu tun, was man möchte? Somit hängen die Aussagen über Erfolg auch grundsätzlich vom Wertesystem des Beurteilenden ab und Erfolg lässt sich als das Erreichen selbst definierter Ziele begreifen. Erfolg als Persönlichkeitsentwicklung? Das würde bedeuten, dass Handeln und Erfolg in einem planvollem Zusammenhang stehen. Der Handelnde erlebt sich selbst als Verursacher, das Ergebnis seines Verhaltens muss er auf sich selbst zurückführen können. So gesehen könnte Erfolg als etwas sehr Individuelles betrachtet werden. Doch ist es das wirklich? Oder liegen Kraft und Gelingen nicht in einer viel größeren Hand als der Eigenen?

Autorin: Gudrun Nolte

 

Gudrun Nolte M.A.
Vorsitzende KWA
Leiterin des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt

Königstrasse 54 | 22767 Hamburg
Telefon 040  30620-1351
E-Mail