Die Texte aus dem Buch 7x7 Mor­gen­brie­fing für Füh­rungs­kräfte ermög­li­chen das Nach­den­ken über ein gängiges, mal außer­ge­wöhn­li­ches Wort. Sie durch­kreu­zen das tägliche Handeln und wirken als Anregung für Geist und Seele. Die Autorin­nen und Autoren gehören wei­test­ge­hend zum Evan­ge­li­schen Verband Kirche-Wirt­schaft-Arbeits­welt in der Evan­ge­li­schen Kirche in Deutsch­land. Sie arbeiten in den ent­spre­chen­den lan­des­kirch­li­chen Fach­ab­tei­lun­gen im Bereich der Füh­rungs­kräf­te­ar­beit und des Kirch­li­chen Dienstes in der Arbeits­welt.

Führungskultur

Unsere Zunge richtet große Dinge an.
Jakobus 3,5

Was wäre in Ihrem Berufs­all­tag ein echtes „No Go“? Wie würden Sie das als Füh­rungs­kraft kom­mu­ni­zie­ren, wenn es bei Ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern um ange­mes­sene Kleidung, um die Art des kol­le­gia­len Umgangs, um Feh­ler­ver­mei­dung oder ähnliche Dinge geht? Eine gute Füh­rungs­kul­tur braucht nicht nur gute Konzepte, sie braucht noch mehr eine achtsame Wortwahl. Unent­wegt werden im unter­neh­me­ri­schen Alltag alle mög­li­chen Anliegen und Sach­ver­halte durch Gesprä­che geklärt. Ständig prallen eigene und fremde Mei­nun­gen, Ziele oder Werte auf­ein­an­der. Dabei kann vieles dane­ben­ge­hen. Doch wäre es gut, wenn dabei Personen und Bezie­hun­gen mög­lichst geschützt bleiben.

Wo unter den Bedin­gun­gen des Wett­be­werbs gear­bei­tet wird, da gibt es nicht nur Ver­ständ­nis und Wohl­wol­len. Mensch­li­che Akti­vi­tä­ten werden bewertet und als Erfolg oder Verlust bezif­fert. Mit­ar­bei­tende werden gelobt und getadelt. Daneben werden allzu oft auch kol­le­giale Macht­spiele, sach­li­che und per­sön­li­che Kon­flikte aus­ge­tra­gen. Das alles geschieht trotzt digi­ta­ler Steue­rungs­pro­zesse immer noch durch Menschen und ihre Sprache. Deshalb sollten Füh­rungs­kräfte nicht zuletzt auf ihr „wording“ und ihren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil achten. Oder im Geist christ­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Füh­rungs­kul­tur gesagt: Sie sollten ihre Worte genau abwägen. Denn diese bibli­sche Beob­ach­tung gilt noch immer. „Die Zunge ist ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch ein Wald zündet es an!“ (Jakobus 3,5)

Autor: Karl-Ulrich Gscheidle

 

Karl-Ulrich Gscheidle
Wirt­schafts- und Sozi­al­pfar­rer
Kirch­li­cher Dienst in der Arbeits­welt (KDA), Prälatur Reut­lin­gen
Federn­see­straße 4
72764 Reut­lin­gen
Telefon: 07121–161771

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