ABC der Arbeitszeitverkürzung

Arbeitszeitverkürzung erleichtert die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf

Die Ver­ein­bar­keit von Familie bzw. Pri­vat­le­ben und Beruf ist in den letzten Jahren zu einem immer größeren Wunsch, ins­be­son­dere bei berufs­tä­ti­gen Eltern, aber auch bei kin­der­lo­sen Paaren zu einem immer größeren Problem geworden. Die zuneh­mende Erwerbs­tä­tig­keit von Frauen lässt das ein­sei­tige Abladen der Haus- und Sor­ge­ar­beit bei ihnen, um dem Mann den Rücken frei­zu­hal­ten, damit er unbe­grenzt ver­füg­bar ist im Betrieb, nicht mehr zu.

Junge Frauen wollen selbst­ver­ständ­lich genauso Karriere machen können wie die Männer und immer mehr junge Väter wollen am Auf­wach­sen ihrer Kinder genauso betei­ligt sein wie die Mütter. Und immer mehr Menschen müssen sich neben dem Beruf um pfle­ge­be­dürf­tige Ange­hö­rige kümmern. So hat die IG Metall, nachdem in zwei großen Befra­gun­gen der Wunsch nach kürzeren Arbeits­zei­ten unter den Beschäf­tig­ten der Metall­in­dus­trie ins­be­son­dere auch mit der besseren Ver­ein­bar­keit von Familie und Beruf begrün­det wurde, ihre For­de­rung nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung in der Tarif­runde 2018 (zum ersten Mal nach über 20 Jahren) unter dem Motto „Arbeits­zei­ten, die zum Leben passen!“ gestellt. Und die erkämpfte Regelung, dass Beschäf­tigte, die Kinder betreuen, Ange­hö­rige pflegen oder in Schicht arbeiten, ihre tarif­li­che Zulage in 8 mehr freie Tage umwan­deln können, erfreut sich größter Beliebt­heit. Eine all­ge­meine Arbeits­zeit­ver­kür­zung auf eine kurze Vollzeit um die 30 Wochen­stun­den würde es allen Beschäf­tig­ten­grup­pen ermög­li­chen, ihr Pri­vat­le­ben mit ihrer Berufs­tä­tig­keit gut zu ver­ein­ba­ren und ins­be­son­dere Frauen davor bewahren, in die Teil­zeit­falle zu laufen, mit der sie bisher durch Arbeits­zeit­ver­kür­zung ohne jeden Lohn­aus­gleich und mit dem Risiko der Alters­ar­mut ver­su­chen, die Ver­ein­bar­keit von Familie und Beruf zu gewähr­leis­ten.