ABC der Arbeitszeitverkürzung

Arbeitszeitverkürzung führt nicht zu kürzeren Betriebs- und Öffnungszeiten

Die von Arbeit­ge­ben­den gewünsch­ten längeren Öff­nungs­zei­ten bzw. längeren Maschi­nen­lauf­zei­ten in den Betrie­ben sind kein Argument gegen eine Ver­kür­zung der Arbeits­zeit. Im Gegen­teil: Kürzere Arbeits­zei­ten begüns­ti­gen einen fle­xi­ble­ren Per­so­nal­ein­satz.

Bei generell kürzeren Arbeits­zei­ten ließen sich längere Öff­nungs­zei­ten besser auf die Arbeits­zeit mehrerer Arbeitnehmer:innen ver­tei­len und auf Schwan­kun­gen in der Betriebs­aus­las­tung könnte besser und schnel­ler reagiert werden.

Ein Betrieb, in dem die Beleg­schaft stets am Maximum der Arbeits­zeit tätig ist, kann einem plötz­li­chen Auf­trags­boom nur schlecht begegnen. Generell wäre eine weitere Stei­ge­rung der Arbeits­leis­tung bei sowieso schon langen Arbeits­zei­ten zum einen durch gesetz­li­che Beschrän­kun­gen begrenzt, zum anderen würde es zu einer über­mä­ßi­gen Belas­tung der Arbeitnehmer:innen führen, mit den bekann­ten nega­ti­ven Folgen für Gesund­heit und Sozi­al­le­ben. Auch neue und qua­li­fi­zierte Arbeits­kräfte sind oft kurz­fris­tig nicht zu finden bzw. müssten im Zwei­fels­falle beim nächsten Auf­trags­rück­gang wieder ent­las­sen werden.

Ähnlich verhält es sich mit sai­son­ab­hän­gi­gen Betrie­ben, wie bei­spiels­weise in Land­wirt­schaft und Gas­tro­no­mie. Dort kann eine effek­tive Arbeits­zeit­ver­kür­zung umge­setzt werden, indem die Arbeitnehmer:innen in der Hoch­sai­son ihre Stunden in ein Zeit­konto gut­ge­schrie­ben bekommen, das sie dann in der Neben­sai­son her­un­ter­fah­ren können.

Durch kürzere Arbeits­zei­ten ent­ste­hen Spiel­räume, Nach­fra­ge­stei­ge­run­gen in der Pro­duk­tion kurz­fris­tig auf­zu­fan­gen, ohne die Beleg­schaft über­mä­ßig zu belasten oder kurz­zei­tige Neu­ein­stel­lun­gen von Arbeitnehmer:innen vor­neh­men zu müssen, denen dann nach den Auf­trags­spit­zen wieder gekün­digt werden müsste. So ent­ste­hen durch eine Arbeits­zeit­ver­kür­zung gar Kos­ten­vor­teile für die Betriebe.