Mitglieder der KKWV beim Deutschen Kulturrat in Berlin

Die Mitglieder der Konferenz Kirchlicher Werke und Verbände (KKWV) hatten am vergangenen Donnerstag, den 19.04.2018, zunächst die Gelegenheit, mit Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, über die Verleihung des Deutschen Musikpreises „Echo“ an das umstrittene Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang zu diskutieren. Der Preis wurde mit Billigung des Echo-Ethikbeirats vergeben, in dem u.a. auch die Evangelische Kirche und der Deutsche Kulturrat vertreten sind. Die einzige Gegenstimme kam aus der katholischen Kirche von Frau Uta Losem. Ihre Haltung hat auch die Mehrheit der KKWV Mitglieder überzeugt, die Kunstfreiheit wird überschritten, wenn es um die Verhöhnung von Holocaust-Opern geht! Zum Hintergrund: In einer Zeile des Songs „0815“ heißt es etwa „Mein Körper definierter als von Ausschwitz-Insassen.“

Im Anschluss fand sich die Gelegenheit, ausführlich die „Initiative Kulturelle Integration“ zu besprechen. Die Initiative ist auf eine Idee des Deutschen Kulturrates zurückzuführen. Sie versucht erste Antworten zum Thema Integration zu geben und möchte Impulse für eine gesellschaftliche Diskussion setzen. „Die Debatte um die Integration ist oft sehr schwierig. Niemand bestreitet die Notwendigkeit von Integration, doch nur wenige wollen sich mit der Frage beschäftigen, wer in was integriert werden soll“, so Olaf Zimmermann. Für ihn bedeutet Integration die Aufnahme von Immigranten in ein bestehendes, aber nicht statisches, Kultur-, Arbeits- und Sozialgefüge. Dabei ist entscheidend, welche Werte für eine Gesellschaft unverhandelbar sind und welche Werte sich im Fluss befinden und damit auch veränderbar sind.

In diesem Zusammenhang werden „15 Thesen zu kultureller Integration und Zusammenhalt“ formuliert. These 14 betrifft beispielsweise die Arbeitswelt. Dort heißt es: „Erwerbsarbeit besitzt große Integrationskraft. Sie bringt die Gesellschaft und die einzelnen Menschen zusammen. Sie begründet Stolz und Identifikation mit dem aus eigener Kraft Geleisteten. Sie gibt dem Alltag Struktur, ermöglicht Kommunikation und fördert so ganz entscheidend den sozialen Zusammenhalt. Weil Erwerbsarbeit eine so große Bedeutung hat, ist der Zugang aller erwerbsfähigen Menschen zum Arbeitsmarkt besonders wichtig. Das gilt, ganz unabhängig davon, ob sie neu in Deutschland sind oder schon lange hier leben, ob sie Beeinträchtigungen haben oder nicht. Die Gesellschaft muss sich auch daran messen lassen, ob sie angemessene Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt bietet.“ (Quelle: Deutscher Kulturrat)

Alle Thesen und mehr zu der Initiative finden sich hier: https://www.kulturelle-integration.de/thesen/

Der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt hat sich in seinem Themenheft 2016 „Fliehen und Ankommen“ zu den Herausforderungen der Integration geäußert: https://www.kwa-ekd.de/blog/2016/08/4164/

Hintergrundinformationen zur KKWV – Konferenz Kirchlicher Werke und Verbände in der Evangelischen Kirche in Deutschland

Werke und Verbände weisen durch ihre Spezialisierung eine besondere Nähe zu säkularen Lebensbereichen auf. Diese Nähe erleichtert es ihnen, niederschwellige Angebote für diejenigen zu machen, die der Parochie fernstehen. Damit tragen die Werke und Verbände zur Stabilität und breiten Wirkung der Kirche bei (aus dem Selbstverständnis der KKWV). Die Konferenz dient der Verbesserung der Koordination und Kooperation zwischen den in der EKD tätigen Werken und Verbänden, insbesondere durch Förderung des Informationsaustausches und der gemeinsamen Meinungs- und Willensbildung (aus der Ordnung der KKWV).

Geschäftsführer Dr. Axel Braßler vertritt den Evangelischen Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt in der KKWV.

Axel Braßler